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Die Waldohreule
Zählt zur
Ordnung
der
Eulen
und Familie der Ohreulen und Käuze
Eulen sind, mit wenigen Ausnahmen,
nachtaktive Beutegreifer. Sie jagen in der Dämmerung und nachts. Ihr
Schnabel ist raubvogelartig gekrümmt, ihr Federkleid lang, locker und
weich, was ihnen einen lautlosen Flug ermöglicht. Sie können ihren Kopf um
180 Grad drehen und haben außerdem ein außerordentlich feines Gehör, das
sie in der Dunkelheit, wenn selbst ihre scharfen Augen versagen, mit
Sicherheit zu ihrer Beute führt.
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Aussehen:
Die Waldohreule unterscheidet sich vom
Waldkauz durch die Federohren. Im Vergleich mit dem rundköpfigen
Waldkauz ist die Waldohreule etwas kleiner, schlanker und langflügeliger als
Waldkäuze. Mit einer Länge von 35 - 38 cm und einer Spannweite von 83 - 97
cm ist die Waldohreule etwa so groß wie die Schleiereule. Männchen
und Weibchen sind äußerlich kaum zu unterscheiden. Männchen wiegen
durchschnittlich 250 und Weibchen 300 Gramm. Die Flügelspannweite beträgt
circa 97 cm. Besondere
Merkmale der Waldohreule sind die orangegelben Augen und die langen
Federohren, die jedoch im Flug und im Ruhezustand ganz angelegt werden
können. Entgegen der landläufigen Meinung haben die auffälligen Ohrpinsel,
denen die Waldohreule ihren Namen verdankt, nichts mit dem Gehör zu tun,
sondern sind reines «Schmuckwerk».
Mit den echten Ohren seitlich am Kopf hört sie selbst das leiseste Quieken
einer weit entfernten Wühlmaus. Der Hals der Waldohreule ist so beweglich,
das sie ihn um 270 Grad drehen kann. Die Oberseite der Waldohreule ist gelblichbraun mit
graubrauner Sprenkelung und Marmorierung. Das
Bauchgefieder ist hell rostgelb mit kräftigen dunklen Längsstreifen und
feiner Querbänderung. Die hellen Flügelspitzen haben mehrere dunkle
Querbänder.
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Copyright: Dr. Monika Kirk
www.eulenwelt.de |
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Lebensraum und Vorkommen:
Die Waldohreule lebt sehr versteckt. Sie
ist eingeschickter Jäger, der nachts auf lautlosen Schwingen in den
Wäldern Europas Mäuse jagt. Sie ist vor allem dämmerungs- und
nachtaktiv. Am Tage ruht sie in dichtem Laubwerk oder schlank aufgerichtet
auf einem Ast nahe am Baumstamm. Die Waldohreule lässt sich leicht durch
Mäuse anlocken. Die Bettelrufe der Ästlingsjungen ähneln dem Fiepen von
Rehkitzen. Ihr Ruf reicht vom
"hu-hu" bis zum bellenden "quack-quack-quack". Gehört werden können diese je nach Brutbeginn und
Schlupf ab April bis ca. August und ungefähr für einen Zeitraum von 6-8
Wochen . Die Waldohreule ist wie der Waldkauz ein häufiger
Brutvogel in Mitteleuropa. Sie
ist zum Jagen auf offenes Gelände angewiesen, braucht zum Ruhen und zur
Brut aber Hecken, Baumgruppen und Feldgehölze. Gern besiedelt sie
Waldränder; in geschlossenen Waldbeständen dagegen ist sie kaum
anzutreffen.
Während des Winters finden sich oft in städtischen Parks größere
Ansammlungen von Waldohreulen in Schlafgemeinschaften von bis zu 30
Tieren. Ihre Ruheplätze sind oft unweit von Häusern
in Baumgruppen von Parks oder Friedhöfen. Die Bildung sogenannter
Waldohreulen-Wintergesellschaften dauert im ungefähr von November
bis März. Die dämmerungs- und nachtaktiven
Eulen sitzen tagsüber aufrecht und in schlanker Gestalt auf Ästen von
Bäumen, oft dicht an den Stamm geschmiegt. Sie vertrauen dabei auf ihr
tarnfarbenes Gefieder.
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Waldohreulen-Wintergesellschaften |
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Auffällig
werden die Winteransammlungen oft auch durch die unter den Bäumen
liegenden Gewölle, also den Ausgewürgten, in der Regel aus Mäusehaaren und
- Knochen bestehenden, unverdaulichen Nahrungsbestandteilen und mit der
Zeit zunehmende weiße Kotspuren auf die versteckt sitzenden Eulen hin.
Im Winter kann man die Waldohreulen häufig in großen Verbänden antreffen.
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Aufgrund ihres riesigen Verbreitungsgebiets und ihrer
Anpassungsfähigkeit an lokale Wald- und Beutetierverhältnisse gilt die
Waldohreule allgemein nicht als bedroht. Sie ist nahezu in ganz
Europa vorwiegend als Standvogel zu finden.
Nahrung
Aktiv sind sie in zwei Hauptphasen, etwa drei
Stunden am Abend und zweieinhalb Stunden am Morgen; zwischendurch liegt
eine rund dreistündige Pause um Mitternacht. Eine halbe Stunde vor
Sonnenaufgang wird der Tageseinstand aufgesucht und eine halbe Stunde nach
Sonnenuntergang wird er wieder verlassen. Die Waldohreule ist
hauptsächlich nachts rege und jagt sowohl vom Ansitz aus wie auch im
langsamen, schaukelnden Pirschflug. Wie bei allen Eulen verhindern
samtweiche Federn mit biegsamen Härchen an den Rändern die Bildung von
Luftwirbeln und machen so den Flügelschlag des nächtlichen Räubers für die
Opfer unhörbar. Die Hauptbeutetiere der aufgenommenen Nahrungsmenge - sind
kleine Wühlmäuse, in Mitteleuropa vor allem Feldmäuse, die sie in der
Flugjagd erbeuten.
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Copyright
Arto Juvonen |
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Rund 100 der kleinen Nagetiere verzehrt eine einzige Waldohreule im Monat,
wobei nicht berücksichtigt ist, dass sie auch ihre Jungen fast
ausschließlich mit Mäusen großzieht. Daneben erbeutet sie andere kleine
Wirbeltiere und Insekten. Bei Nahrungsknappheit kann die Waldohreule
durchaus auch tagsüber jagen und widerlegt dadurch augenfällig den altenAberglauben,
dass Eulen bei Tageslicht nicht sehen können. In
strengen Wintern, wenn die Eulen sich in der Nähe des Menschen aufhalten,
fangen sie vorwiegend Spatzen und Grünfinken, die sie an deren
Schlafplätzen ergreifen.
Fortpflanzung:
Waldohreulen bauen keine eigenen Nester, sondern beziehen alte Krähen-
und Elsternester. Für die Waldohreulen
gilt dieses sogar für den größten Teil der Bruten, da diese Art
ausschließlich in alten Rabenvogelnestern oder in Greifvogelhorsten
brütet, und erstere spätestens nach einer solchen Zweitnutzung unbenutzbar
geworden sind. Auch Eichhörnchenkobel dienen dieser Eule mitunter als
Brutplatz. Da Jäger früher von unten durch Krähen- und Elsternester
schossen, um diese Rabenvögel kurz zu halten, wurden auch Waldohreulen oft
ihre Opfer. Heute sind solche Jagdmethoden verboten.
Waldohreulen führen in der Regel nur eine Saisonehe. Paarbildung und Balz
beginnen meist Mitte Februar. Je nach Witterung beginnen die Waldohreulen Mitte März bis
Mitte April mit dem Legen von 4 - 8 Eiern Die Ablage erfolgt im
März/April. Nach einer Brutdauer von 27 - 28 Tagen folgt eine Nestlingszeit von etwa 20 Tagen. Nach 2 Wochen können die Jungen gut
fliegen, werden jedoch noch weitere 5 - 6 Wochen von den Eltern versorgt.
Die Jungen öffnen nach fünf Tagen ihre Augen und verlassen mit knapp drei
Wochen noch flugunfähig das Nest. Mit fünf Wochen können sie fliegen, sie
werden aber noch weitere fünf Wochen von den Eltern versorgt. Danach sind
sie selbständig.
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Copyright Arto Juvonen |
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