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BLÄSSHÜHNER |
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Vorkommen und
Verhalten:
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Das Blässhuhn trägt seinen Namen wegen
der Stirnblesse, eines lackweißen Hornschildes, das den
Vogel weithin kenntlich macht. Außer der Blesse gehören
eigentümliche Lappen an den
Zehen zu den besonderen Kennzeichen dieses Vogels.
Meist sieht man mehrere mit Kopfnicken auf dem Wasser
schwimmen. Da sie aber ziemlich scheu sind, sieht man sie
oft flügelschlagend über das
Wasser laufen; sie rennen besonders in Eile mit den Füßen
und Flügelspitzen schlagend, auf der Wasseroberfläche dahin.
Meist lassen sie sich nach einem kurzen Stück aber wieder
auf der Wasseroberfläche nieder. Blässhühner schwimmen
relativ langsam und ruhig auf Seen und Teichen umher.
Blässhühner sind zwar gesellige Vögel, streiten
aber viel mit ihren Artgenossen und anderen Wasservögeln,
die ihnen oder ihrem Nest zu nahe kommen. Die Rallen
kämpfen, mit Schnabel und Krallen kratzend, und versuchen,
sich gegenseitig unter Wasser zu drücken. Plötzlich taucht
das eine und das andere mit einem kleinen Sprung unter und
kommt sehr bald wieder nach oben.
In der Mauser werden Bläßhühner
durch gleichzeitigen Abwurf aller Schwingen vorübergehend
flugunfähig.
Tagsüber lassen sie sich meist auf dem
Wasser beobachten, nachts suchen sie an Land geschützte
Ruheplätze zum Schlafen. Besonders geschickte Flieger sind
Blässhühner nicht: Sie starten immer gegen den Wind und
müssen zunächst lange auf der Wasseroberfläche Anlauf
nehmen, bis sie sich in die Luft erheben.
Ein Großteil der Blässhühner bleibt im
Winter bei uns. Deshalb sind sie vor allem in dieser Zeit in
großer Zahl zu finden: Sie rotten sich in großen Trupps auf
offenem Wasser zusammen. |
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Einige Tiere vorwiegend
Weibchen, fliegen aber auch ein Stück nach Süden - etwa bis
Italien, Spanien oder Griechenland und überwintern dort. Zu
uns kehren sie schon wieder Anfang März zur Brutzeit zurück. |
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Ernährung: |
Bläßhühner nähren sich recht
anspruchslos von Wasserpflanzenteilen, die sie tauchend abpflücken;
auch Grasspitzen, Blüten, Getreide und Beeren nehmen sie. Außerdem
ernähren sich Bläßhühner von
Insekten, Schnecken, Muscheln, Würmern und zuweilen auch von kleinen
Fischen und Vogeleiern. |
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Stimme, Balzgesang: |
Blässhühner geben Rufe von sich, die wie
"köck” und "pix” klingen. Die
Jungen fiepen, um mit den Eltern in Kontakt zu bleiben. |
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Fortpflanzung: |
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Zur
Balzzeit, schon Ende März, segelt das Männchen mit vorgestrecktem Hals
und erhobenen Flügeln auf dem Wasser dahin. Im März beginnen
beide Partner im Sumpf und Schilf, oft auch auf trockenem Ufer
im Gebüsch, Gestrüpp ihr Revier zu besetzen und
gemeinsam das Nest aus Schilf- und Rohrstängeln sowie Blättern
zu bauen. Manchmal bauen Blässhühner auch ein halbrundes Dach
über das Nest, manchmal aber liegt es offen da und das
bis zu 20 Zentimeter
große Nest
schwimmt auf dem Wasser. Es wird mit einigen Halmen am Ufer
befestigt. Eine Art Rampe führt vom Wasser zum Nest hinauf.
Meist baut das Weibchen eifriger als das Männchen. |
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In dieser Zeit kommt es auch zu
richtigen Kämpfen - und zwar nicht nur zwischen den Männchen,
sondern auch zwischen den Weibchen. Mit Flügelschlägen,
Fußtritten und Schnabelhieben verteidigen sie ihr Revier.
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Das
Weibchen legt Mitte April sieben bis zehn fünf
Zentimeter lange Eier. Das volle Gelege hat 6 bis 9 Eier,
zuweilen noch mehr. Sie sind starkschalig und auf gelblich-weißem
Grunde purpurschwarz gepunktet.
Gebrütet wird abwechselnd. Der
Partner, der gerade nicht brütet, zieht sich nachts zum
Schlafen in ein extra erbautes Schlafnest zurück. In 21 bis 24 Tagen schlüpfen die
Jungen. Sie sind dunkel gefärbt und
besitzen ein schwarzes Daunenkleid mit roten Kopf, einen
roten Schnabel mit weißer Spitze. |
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Sind sie alle geschlüpft, führen beide Eltern gemeinsam
und halten den Kücken das Futter vor. Sie bleiben nur einen Tag im
Nest, dann folgen sie den Eltern auf das Wasser. Erst nach einigen Wochen teilt
sich die Familie, jeder übernimmt einige Junge. Abends kehren sie alle
gemeinsam zum Aufwärmen und Schlafen ins Nest zurück.
Blässhuhn-Küken geben oft
fiepende Rufe von sich. So bleiben sie mit ihren Eltern
in Kontakt. Bevor sie wie die erwachsenen Vögel gefärbt
sind, tragen sie das so genannte Jugendkleid: Das
Gefieder am Körper ist braunschwarz und nur die
Vorderseite des Halses ist weiß. Wie alle Rallen werden die Bläßhühner erst sehr spät, mit 8 bis 9 Wochen,
flugfähig. |
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Jagd:
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Blässhühner werden auch in Südtirol immer noch
gejagt. Natürliche Feinde sind Raubvögel wie Falken, Habichte
oder Adler. Nicht zu vergessen sind auch Füchse, die aus der
Lauer Blässhuhner reißen.
Doch Blässhühner sind mutig und tapfere Eltern:
Gemeinsam verteidigen ihre
Jungen sogar gegen die viel größeren und stärkeren
Schwäne oder Angreifer und versuchen die Angreifer zu
vertreiben, indem sie viel Lärm machen und flügelschlagend das
Wasser aufspritzen lassen. Schließlich tauchen sie ab und irritieren
und entkommen so ihren Feinden. |
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