| Bericht 125: Kahlwildabschuss |
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Der Gamsbock war bereits voll in seinem Element. Die Geißen brunftig und in den Bergen lag bereits Schnee. Ich war immer noch damit beschäftigt den ein oder anderen Jäger auf einen Abschuss der geschickten Kletterer zu begleiten, als bei einem Reviergang plötzlich und leider nur ganz kurz ,ein kapitaler Gamsbock vor uns stand. Das Bild hat sich wie ein Foto in meinen Kopf eingebrannt und da ich einen solchen Bock zum Abschuss frei hatte, sollte es genau dieser sein und sonst keiner. Immer mehr Schnee viel in den Bergen, und ich pirschte von Morgens bis Abends meinen Traumbock hinterher. Immer wieder fand ich seine markanten Trittsiegel , und in all den Tagen bin ich wohl jeder Gämse die sich im Berg befand begegnet, nur nicht dem besagten . Ob wir zu zweit oder zu viert im Berg waren, jeder begegnete einmal täglich seiner auffallend großen Fährte ,aber der Bock selbst blieb uns verborgen. Lachend gaben meine Begleiter dem heimlichen Gamsbock den Namen „Ponzer“, weil er durch seine großen Schalen und seinem Gewicht, Trittsiegel wie ein Stück Rotwild hinterließ. Schlussendlich gelang es uns dann doch einen schwachen Jahrling zu strecken und so hatte ich nun wirklich Zeit mich voll auf meinen Auserwählten zu konzentrieren. Mein Begleiter war an dem Tag der Jungjäger Harald und bereits im dunklen starteten wir in Richtung „Hittwold“. Als es endlich dämmerte pirschten wir auf leisen Sohlen einem Pirschweg entlang. Unser Ziel war ein Hochsitz wo sich das Gamswild in der Brunft besonders gerne aufhielt. Wir hatten erst einige Meter zurückgelegt als im Jungwuchs ,nur wenige Meter neben uns Rotwild abging. Mit großen Schritten ist es mir gelungen einen kleinen Felsvorsprung zu erreichen, vom welchen ich etwas bessere Einsicht in den Jungwald hatte. Genau unterhalb sah ich noch wie ein Tier im Bestand verschwand und ein weiteres Stück hinterher zog. Letzteres habe ich auf den wenigen Metern die uns trennten , sofort als Kalb ansprechen können. Mitschwingen, abziehen und schon hat das Geschoss meiner Merkel das Wild zu Boden gerissen und am Anschuss verenden lassen. Liebend gerne hätte ich dem Jungjäger diesen Abschuss gegönnt, aber es ging wohl alles etwas zu schnell... Sprachlos standen wir nun beim Hirschkalb und Erwiesen Ihm die Letzte Ehre. Nach einem Handdruck und einem Weidmannsheil ging es an die rote Arbeit. Dann legten wir einen Tannenzweig sowie die Lehre Hülse meiner Patrone, auf das Kalb und zogen weiter. Dem Bock sind wir auch an jenem Jagdtag nicht begegnet. Zu Mittag nach erfolgter Bergung beendeten wir den Jagdtag welcher uns beiden wohl noch lange in Erinnerung bleiben wird.
Dem Harald für die Begleitung und die Bergung ein Weidmannsdank
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