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Da bereits seit fünf Sonntagen schlecht Wetter
war, und der November dahin rann, der zugeteilte Gamsbock immer
noch im Hegering stand, beschloss ich diesmal Samstag und
Sonntag aufzusteigen um es zu versuchen. Wir wollten die ersten
sein, aber um halb sechs leuchtete bereits unterm Gipfel der
Lampenschein eines Hahnjägers herunter. Beim ersten Tageslicht
leuchteten wir den Hang ab und sahen im Halbdunkel bereits
einige einzelne Gams in den verschiedenen Lagen, aber zum
Ansprechen war es noch zu Früh. Der Steig entlang zur entlegen
Jagdhütte, war teilweise mit Schnee bedeckt aber trotzdem gut zu
begehen. Bereits nach 100 Metern sprangen die ersten Gamsen ab,
unter uns Geis mit Kitz, ein junger Bock folgte diesen. Auch
oben tat sich etwas. Hinter Geäst erspähten wir einen Bock,
konnten ihn aber nicht ansprechen, da er immer verdeckt war.
Dieser Anfang war vielversprechend und wie aus einem Bilderbuch
ging es forthin von statten. Von oben kam ein weiterer Bock und
jagte diesen talaus- talein.
Man hörte das Blädern, als ob es
vor, über und nach uns wäre. Weitere Brunftlaut kam uns von
schräg oben über im fast nackten Bergwald entgegen. An der Kante
rechts oben kam ein Rudel herunter gerannt und floh dann über uns
nach links, hielt aber bald still. Geissen mit Kitzen, Jährlinge
und junge Geissen. Die Böcke hörte man zwar Blädern bekam sie
aber nicht in Sicht. Die Ursache für dieses Anlassen, bekamen
wir bald zu Sicht, als oben am Horizont der Hahnjäger
talauswärts strich, herunterschaute und sich zurückzog. Wir
beschlossen weiterzusteigen Richtung Jagdhütte und immer wieder
wurden wir von treibenden Böcken zum Einhalt gezwungen um sie
anzusprechen. Es waren durchwegs gute Böcke, aber alle nur zirka
3-4 jährig. Vor der Jagdhütte standen einige zweijährige auf dem
Steig und wollten nicht abspringen. Einer lies uns starr bis auf
zwanzig Meter offen herangehen um dann gemütlich ein wenig
hinunterzuspringen. Bei der Hütte angekommen, war eine kleine
Gruppe im Graben, ein Bock lag dort, sprang aber urplötzlich auf
und eilte über uns in den Hang. Auf der anderen Seite der Hütte
verfolgte einer seinen Rivalen talauswärts, beide aber eher
jung.
Das blähern der Böcke hörte man von oben
und von mehreren Gräben. Also stiegen wir geradewegs auf und
nach hundert Höhenmetern mussten wir uns niedertun um alles
abzuleuchten. Überall waren Gemsen und was interessant war,
viele Böcke. Einige jungen verfolgten sich über Fels und Schnee,
Rinnen und Schneisen. Links über uns auf 200 Meter waren vier
Böcke, einer beschlug eine Geis und tat sich darauf nieder.
Alles drei bis vierjährige. Der nieder getane lies sich nicht
ansprechen, doch das Alter entsprach den anderen. Direkt über
uns aus einem Felsen über einer gefährlichen Rinne stand ein
weiterer. Rechts oben talauswärts sprangen sich zwei nach, beide
waren gut, entschwanden aber unseren Blicken. So eine Brunft im
Schneegewirr der Felsen mit so vielen Gemsen und Böcken hatte
ich seit vielen Jahren nicht mehr beobachten können. Der heilige
Hubertus hat es gut mit uns gemeint, Schnee, Sonnenschein und
dieser Anblick. Und das schönste kam noch wie es über uns
steinelte, denn zirka 200 Meter über uns stand ein Bock mit
einer jungen Geis. Nachdem ihn mein Freund Florian angesprochen
hatte und mir nur zurief, dass dies der beste war, den wir heute
zu Ansicht bekommen hatten und er ihn auf ein gutes Alter
zuordnete, musste ich mich beeilen, da sie herunterschauten und
weiterziehen wollten. Ich warf mich neben Florian in den Schnee,
den Rucksack als Auflage, das Fadenkreuz das Blatt suchend,
musste ich noch abwarten dass er beim Weiterziehen innehielt.
Bei einer Grabenkante angekommen, verhoffte er und ich ließ die
Kugel fliegen. Er zeichnete und bald war alles vorbei. Beim Bock
angekommen konnten wir uns nur noch freuen, alles passte, ein
guter Bock, ein herrlicher Tag, eine herrliche Jagd.
Weidmannsdank
Bericht und Fotos:
Hansjörg Summerer, Revier
Mühlbach |