Bericht 104:  Ein Schwarzkittel hat schon seine Reize

Und wieder zog es uns jagdlich ins Ausland. Ja so ein Schwarzkittel hat schon seine Reize. Zum einen in unseren Revieren nicht vorhanden und zum anderen sehr vorsichtig ,schlau und lernfähig. Ich denke genau das ist der Reiz, ein Stück dieser so schwierig zu bejagende Wildart zu  erlegen.

Bei unserem Jagdkollegen „Axel“ angekommen ging es erstmal sofort ab ins Revier welches mein Vetter Mike und ich noch nicht kannten. Sauen waren schon mal da daran Bestand kein Zweifel. Ob im Wald oder auf den Wiesen alles war umgedreht. Leider nahmen die Wildschweine die Kirrungen nur sporadisch an und so musste sich Axel erstmal mit seinem netten Mitjäger dem „Falk“ besprechen. Nahe der Autobahn bestand die beste Möglichkeit . Dort war eine Kirrung welche die Letzten Tage immer von einer Rotte aufgesucht wurde. Wir entschlossen den Mike dort anzusitzen denn ich wollte mein Glück in einer Wiese probieren. Das Licht war gut, der Boden nass und weich, also ideale Bedingungen für Sauen in den Feldern und Wiesen zu brechen. Gegen 21 Uhr bezog ich die Kanzel und um Mitternacht riß mich das Gezanke  von Frischlingen aus dem Schlaf. Eine Rotte zog oberhalb von der Wiese in der ich saß im Bestand an mir vorbei. Kurz darauf hörte ich wie sie sich in einer Wiese zu schaffen machten in der ich aber nicht einsehen konnte. Sollte genau das passieren, so die Jagdherrn, kann ich versuchen die Wildschweine gegen den Wind anzugehen.

Mein Adrenalien schoss schon beim Gedanken daran ins unermessliche :-) . Langsam kletterte ich nun die Kanzel hinunter, prüfte den Wind und pirschte in Richtung der Sauen. Einen schmale Waldstreifen, oder besser gesagt Sträucher nutzte ich als Deckung und schon bald sah ich die Rotte wie sie eifrig in der Wiese nach essbaren wühlten. Ich war etwas unterhalb der Rotte, der Wind stand mir im Gesicht und die Sauen arbeiteten sich genau in meine Richtung vor. Lange konnte ich den Anblick nicht genießen da einige der Frischlinge bereits auf 30m an mich herangekommen waren. Langsam spannte ich meine Waffe und suchte mit dem Leuchtabsehen die Schulter eines kleinen Keilerchen welcher dann auch gleich im Feuer liegen blieb.

Axel und Frank halfen mir natürlich bei der Versorgung des Stückes und anschließend holten wir den Mike von der Kanzel um gemeinsam auf den Abschuss anzustoßen.

Am nächsten Morgen sah das Wetter nicht mehr so gut aus. Regen und Wind ließen die Hoffnung auf weiteren Erfolg schwinden. Wir haben dann trotzdem noch einen kurzen Ansitz gewagt, aber der starke Wind hat uns dann irgendwann vertrieben. Im warmen haben wir dann noch ein nettes Bier zusammen geköpft und bis spät in die Nacht geplaudert.

 

Dem Jagdherrn ein Dankeschön für alles, vor allem dem Axel für seine Gastfreundschaft und ein kräftiges  Weidmannsheil nach Deutschland.


                                                                                       Bericht und Foto:  Christian Lindner, Revier Montan

 

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