Bericht 102: Bockjagd

Es war der erste August und mit dem heutigen Tag begann die Jagd auf den roten Bock. Schon früh morgens fuhr ich mit dem Auto eine Forststrasse hoch und es war noch stockdunkel als ich zu Fuss Richtung "Schabisbachl" unterwegs war. Dort angekommen wechselte ich erst mal die Kleidung um dann zu warten bis es anfing zu dämmern. Es war schon ein bisschen heller geworden und die Nacht musste allmählich dem Tage weichen. Plötzlich vernahm ich ganz nah über mir, wie Wild anwechselte. Zuerst dachte ich mir das es wol einige Gämsen seien, doch plötzlich sah ich einen Hirsch, gefolgt von Tier und Kalb. Alls sie über das "Schabisbachl" übergewechselt waren, waren sie ca.20m von mir entfernt! Sofort suchte ich mit dem Zielfernrohr das Kalb was mir auch gleich gelang. Zuerst hatte ich jedoch einen Ast zwischen uns, dann stand es spitz und ich konnte immer noch nicht schiessen! Nur noch einen kleinen Schritt dann hätte alles gepasst, jedoch tat es mir diesen Gefallen nicht! Es machte einen kleinen Satz und schon war es verschwunden. Schade, Chance vertan!! Nun konzentrierte ich mich wieder auf den Bock, jedoch dachte ich immer an die vertane Gelegenheit und grübelte wie ich es hätte besser machen können. Nach ca.1,5 Std wechselte plötzlich auf 220m ein Tier auf die andere Seite, sofort zielte ich mit dem Gewehr auf die Stelle wo es überwechselte und hatte auch sogleich eingestochen in der Hoffnung das ein Kalb folgen würde! Und siehe da, das Kalb kam, verhoffte und ich visierte es an. Ich konnte wegen des hohen Grases nur den Ziemer sehen, alles andere war verdeckt. Trotzdem krümmte ich langsam den Finger bis der Schuss überraschend brach. Nach dem Schuss konnte ich noch erkennen wie das Kalb den Hang hinunterrutschte. Ich wartete noch eine Stunde ob vielleicht noch das Tier kommen würde, aber es kam nicht. So hatte eine vertane Chance doch noch ein versöhnliches Ende genommen und ich konnte ein Hirschkalb mit ins Tal nehmen!

Weidmannsheil

                                                                                                                           Bericht und Fotos: Peter Taferner

 

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