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Immer
wenn es dem Rothirschen in unseren Revieren warm wird
ums Herz ,zieht es mich hinaus in die Wälder. Zum
beobachten, zuhören aber auch zum begleiten. Schon des
öfteren ist es mir geglückt den einen oder anderen Jäger
zum Abschuss auf einen passenden Stück Rotwild zu
verhelfen. Meinen Freund Jackob habe ich seit einigen
Jahren unter meine Fittiche genommen aber einen
T-Hirschen konnten wir noch nicht erlegen. Heuer aber
wird es klappen, versicherte ich im wieder lachend so
wie jedes Jahr. Wir hatten einen sehr starken
Platzhirsch in einer Wiese ausgemacht, welcher aber
immer sehr spät auszog und den Brunftplatz bereits im
dunklen wieder verließ. Das Brunftgeschehen hatte seinen
Höhepunkt erreicht als es dem Jakob aus
arbeitstechnischen Gründen einige Tage nicht mehr
möglich war zu jagen. Des anderen Leid ist des anderen
Freud ,schmunzelte mein Vetter Mike und war nun heil
froh, das ich nun versuchte Ihn zum Abschuss zu führen.
Wir starteten also abends
Guter Dinge Richtung „Hüttwold“ und ich erzählte Mike
das ich in der Örtlichkeit „Pischafloss“ bereits seit
geraumer Zeit eine schwache Stimme eines Hirsches
vernehmen konnte. Dort würde sich zwar kein Hochsitz
befinden aber von einem kleinen Felsvorsprung aus hat
man Einblick in eine kleine Lichtung in unmittelbarer
Nähe der Einstände.
Wir hatten uns kaum
eingerichtet, als eher flüchtig ,ein einzelnes Stück
Rotwild zwischen dem kaum Einzusehenden Jungwuchs zurück
in den Einstand wechselte. Schnell machte sich Mike eine
Auflage zurecht und schon kurz darauf wechselte ein
weiteres Stück nach. „Guater Hirsch ,konnsch lai schiaßn
wenn du nen eini bringsch“ ! Aber der Hirsch dachte gar
nicht an stehen bleiben und schon war er verschwunden.
Dann, ein weiteres Stück! Unsicher und unruhig zog ein
Alttier ohne Kalb hinterher. Lange rätselten wir wieso
alle so flüchtig den schützenden Wald aufsuchten, als
wir merkten das der Wind, der uns beim angehen noch im
Gesicht stand, nun plötzlich gedreht hatte.
Bei der Heimfahrt durchs
Revier stand plötzlich auch noch ein weiteres Rudel
mitten auf der Straße. Am nächsten Abend sollte es
klappen. Langsam, immer den Wind kontrollierend,
pirschten wir zu dem Felsvorsprung oberhalb der
Einstände. Mike, der vor mir stand und bereits mit dem
Glas die offenen Stellen absuchte versperrte mir die
Sicht und so begnügte ich mich damit den Jungwuchs
abzusuchen. Und da war Sie! Die Farbe die man sich
zwischen den trockenen Gras, der verfärbten Blätter und
der grünen Nadeln der Bäume zu finden hofft.
Braun...eher dunkel...und das weiße?? Es waren die
Flanken eines im Bett ruhenden Stück Rotwild .Ich zog
meinen Vetter nach hinten, schmiss die Jagddecke auf den
Boden und sagte Ihm er möge sich Schussklar machen. Als
er nur kurz darauf mit seiner Merkel im Anschlag neben
mir lag, hatte ich nur Sekunden Zeit um Ihm die genaue
Position des Wildes zu beschreiben, als das Stück
bereits hoch wurde und zu uns hoch sicherte. Es war ein
Hirsch das stand schon mal fest! „Jo, der miaßet
passen“...und schon brach der Schuss aus der 90R Blaser.
Der Hirsch zeichnete sehr gut und sprang ab. Wuao ging
das schnell. Wir lagen dort nun beide ,schauten uns an
und wussten noch gar nicht so recht was passiert war.
Langsam realisieren wir erst mal das Geschehene. Zweifel
kommen auf beim Schützen. „Honi gfahlt....wo isch der
Hirsch....und iatz ?!“ Ich musste lachen denn mein
Vetter war glücklich, aufgeregt und gleichzeitig in
Sorge ob der Hirsch wohl liege und steckte sich nun
erstmal eine Zigarette in den Mund. Die Nachsuche
gestaltete sich schwieriger als erwartet, da wir den
genauen Anschuss nicht finden konnten. Wir kontaktierten
den Jagdaufseher mit der Bitte doch kurz mit dem
Schweißhund vorbei zuschauen, da in dem Jungwuchs kein
weiterkommen war. In der Zeit in welcher wir warteten,
habe ich mit der Taschenlampe nun doch noch zufällig den
Anschuss gefunden und Verbrochen . Dreißig Meter weiter
lag der Hirsch mit einem guten Schuss und mein Vetter
Maik strahlte fast so fest, das wir ohne Taschenlampe
weiterlaufen konnten :-)Wie es sich für einen Begleiter
gehört habe ich die rote Arbeit verrichtet und dem Jäger
dann an Ort und Stelle den Erleger-Bruch überreicht.
Die Freude war bei allen
natürlich groß und am nächsten Tage kamen Jäger aus nah
und fern um den Hirsch zu betrachten und dem Erleger mit
einem Weidmannsheil die Hand zu schütteln.
Weidmannsheil zu Deinem
ersten Stück Rotwild Mike ! |
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