Bericht 91: Hirschabschuss im Revier Montan

Immer wenn es dem Rothirschen in unseren Revieren warm wird ums Herz ,zieht es mich hinaus in die Wälder. Zum beobachten, zuhören aber auch zum begleiten. Schon des öfteren ist es mir geglückt den einen oder anderen Jäger zum Abschuss auf einen passenden Stück Rotwild zu verhelfen. Meinen Freund Jackob habe ich seit einigen Jahren unter meine Fittiche genommen aber einen T-Hirschen konnten wir noch nicht erlegen. Heuer aber wird es klappen, versicherte ich im wieder lachend so wie jedes Jahr. Wir hatten einen sehr starken Platzhirsch in einer Wiese ausgemacht, welcher aber immer sehr spät auszog und den Brunftplatz bereits im dunklen wieder verließ. Das Brunftgeschehen hatte seinen Höhepunkt erreicht als es dem Jakob aus arbeitstechnischen Gründen einige Tage nicht mehr möglich war zu jagen. Des anderen Leid ist des anderen Freud ,schmunzelte mein Vetter Mike und war nun heil froh, das ich nun versuchte Ihn zum Abschuss zu führen. 

Wir starteten also abends Guter Dinge Richtung „Hüttwold“ und ich erzählte Mike das ich in der Örtlichkeit „Pischafloss“  bereits seit geraumer Zeit eine schwache Stimme eines Hirsches vernehmen konnte. Dort würde sich zwar kein Hochsitz befinden aber von einem kleinen Felsvorsprung aus hat man Einblick in eine kleine Lichtung in unmittelbarer Nähe der Einstände.

Wir hatten uns kaum eingerichtet, als eher flüchtig ,ein einzelnes Stück Rotwild zwischen dem kaum Einzusehenden Jungwuchs zurück in den Einstand wechselte. Schnell machte sich Mike eine Auflage zurecht und schon kurz darauf wechselte ein weiteres Stück nach. „Guater Hirsch ,konnsch lai schiaßn wenn du nen eini bringsch“ ! Aber der Hirsch dachte gar nicht an stehen bleiben und schon war er verschwunden. Dann, ein weiteres Stück! Unsicher und unruhig zog ein Alttier ohne Kalb hinterher. Lange rätselten wir wieso alle so flüchtig den schützenden Wald aufsuchten, als wir merkten das der Wind, der uns beim angehen noch im Gesicht stand, nun plötzlich gedreht hatte.

Bei der Heimfahrt durchs Revier stand plötzlich auch noch ein weiteres Rudel mitten auf der Straße. Am nächsten Abend sollte es klappen. Langsam, immer den Wind kontrollierend, pirschten wir zu dem Felsvorsprung oberhalb der Einstände. Mike, der vor mir stand und bereits mit dem Glas die offenen Stellen absuchte versperrte mir die Sicht und so begnügte ich mich damit den Jungwuchs abzusuchen. Und da war Sie! Die Farbe die man sich zwischen den trockenen Gras, der verfärbten Blätter und der grünen Nadeln der Bäume zu finden hofft. Braun...eher dunkel...und das weiße?? Es waren die Flanken eines im Bett ruhenden Stück Rotwild .Ich zog meinen Vetter nach hinten, schmiss die Jagddecke auf den Boden und sagte Ihm er möge sich Schussklar machen. Als er nur kurz darauf mit seiner Merkel im Anschlag neben mir lag, hatte ich nur Sekunden Zeit um Ihm die genaue Position des Wildes zu beschreiben, als das Stück bereits hoch wurde und zu uns hoch sicherte. Es war ein Hirsch das stand schon mal fest! „Jo, der miaßet passen“...und schon brach der Schuss aus der 90R Blaser. Der Hirsch zeichnete sehr gut und sprang ab. Wuao ging das schnell. Wir lagen dort nun beide ,schauten uns an und wussten noch gar nicht so recht was passiert war. Langsam realisieren wir erst mal das Geschehene. Zweifel kommen auf beim Schützen. „Honi gfahlt....wo isch der Hirsch....und iatz ?!“ Ich musste lachen denn mein Vetter war glücklich, aufgeregt und gleichzeitig in Sorge ob der Hirsch wohl liege und steckte sich nun erstmal eine Zigarette in den Mund. Die Nachsuche gestaltete sich schwieriger als erwartet, da wir den genauen Anschuss nicht finden konnten. Wir kontaktierten den Jagdaufseher mit der Bitte doch kurz mit dem Schweißhund vorbei zuschauen, da in dem Jungwuchs kein weiterkommen war. In der Zeit  in welcher wir warteten, habe ich mit der Taschenlampe nun doch noch zufällig den Anschuss gefunden und Verbrochen . Dreißig Meter weiter lag der Hirsch mit einem guten Schuss und mein Vetter Maik strahlte fast so fest, das wir ohne Taschenlampe weiterlaufen konnten :-)Wie es sich für einen Begleiter gehört habe ich die rote Arbeit verrichtet und dem Jäger dann an Ort und Stelle den Erleger-Bruch überreicht.

Die Freude war bei allen natürlich groß und am nächsten Tage kamen Jäger aus nah und fern um den Hirsch zu betrachten und dem Erleger mit einem Weidmannsheil die Hand zu schütteln.

 

Weidmannsheil zu Deinem ersten Stück Rotwild Mike !

                                                                                                  Bericht und Fotos: Christian Lindner, Revier Montan  

 

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