Bericht 68:  Gamsjagd in Osttirol

 Am 3. August wollen wir nun auch in unserer kleinen Jagd in Osttirol nach den Gamsen schauen. Vor einer Woche haben wir einen verletzten Gamsbock gesehen und wenn er jetzt in noch in unserem Revier steht wollen wir ihn uns näher anschauen. Wir kommen gegen Mittag an und nach einer kurzen Jause gehen wir an einen Punkt, wo man einen Teil des Reviers überschauen kann. Vom Bock keine Spur, aber wir machen eine Geiß und einen 2 jährigen Bock aus. Da wir eine 2er Geiß haben, das heißt bis 8 Jahre und wir das Stück auch so ansprechen, aber so genau kann das eben nur am erlegten Stücksagen und auch da nicht immer wie sich an meiner Geiß vom Sonntag gezeigt hat, machen wir uns auf den Weg und steigen bergwärts. Bergwärts im wahrsten Sinne des Wortes, weil es geht wirklich steil nach oben und über der Waldgrenze gibts wieder eine guten Ausichtspunkt, aber die 2 Gemsen sind jetzt auch weiter nach oben gegangen, also hinterher. Wir müssen seitwärts in einen Taleinschnitt, damit sie uns nicht sehen um so auf Schussdistanz ran zukommen. Was sich nicht als ganz einfach erwies. Ich ließ meine 2 Begleiter und den Hund zurück und kroch über eine Felsenplatte. Da lag die Geiß mit einem wunderbaren Ausblick auf uns und das Revier und genoß die Sonne. Einzig der Wind war uns gut gesinnt und blies in unsere Richtung. Ich gebe Heinz ein Zeichen, daß er auch näher kommen  und sich verdeckt hinter einem kleinen verkümmerten Zirm schußbereit machen soll. 320 Meter, an und für sich einfach zu weit, aber er kann sich konzentrieren und die Auflage gut vorbereiten. Inzwischen ist es 4 Uhr. Nicht lange und die Geiß wird hoch und streckt sich, aber nicht zu Ende, den schon liegt sie im Feuer. Guter Schuß!  Meine Freunde und Jagdkollegen nehmen meinen Rucksack und halt so alles was man mit sich schleppt und ich gehe mit "Caia" zur Gams und die Anderen gehen gerade aus und warten bis ich mit der Geiß herunter komme. Der Abschuß paßt, weil schon mit 9 Jahren wäre es eine 1ser Gaiß gewesen und ein roter Punkt wäre uns sicher. Mit Ungeduld warten meine Begleiter auf die Bestätigung, aber ich mache in Ruhe die rote Arbeit und rufe sie dann an und binde ihnen einen Bären auf. Aber so recht wollen sie mir nicht glauben und bald freuen wir uns alle 3 über den Abschuß.

Zurück in der Hütte zischt das erste Bier durch die Kehle, aber auch die restlichen schmeckten gut. Wieder einmal ein wunderschöner Jagdtag bei uns auf der "Hauptneralm", wo ich mich wohlfühle und mit Freunden und Kollegen immer wieder schöne Tage erleben kann ob mit oder ohne Jagderfolg, den schon ein guter Anblick macht mich froh und ich möchte diese Tage nicht missen

 

 Weidmannsheil

                                                                                                                           Bericht und Fotos: Annelies Lahner  

 

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