Bericht 65: Manchmal muss es schnell gehen

 Heuer hatte ich mir eigentlich vorgenommen den mir zugesprochenen Gamsbock erst im Herbst in der Brunftzeit zu schießen. Das hatt ich auch mehreren Gamspirschfürhrern so gesagt doch es ist alles ganz anders gekommen. Am Sonntag den 15. August saß ich gemütlich noch bei einer Tasse Kaffe als plötzlich mein Handy anfing zu leuten, es war Andreas unser Revierleiter der mich ganz aufgeregt fragte ob ich Zeit hätte. Ich überlegte kurz und sagte ja was gibt es denn so dringendes, er sagte mit leiser stimme am telefon " do isch a Bock des isch sicher a olter er hot foscht koane Zigl mer den kansch schiassn" Ich war ganz erschrocken. Jetzt am Sonntag Vormittag, wie, wo, was hab ich sonst noch zu tun, kann ich beruigt gehen ich wollte ja zuhause sein. All das in einem Bruchteil von Sekunden entscheiden. Ich antwortete Andreas " I bin in 10 Minutn bei dir" . Auf vom Frühstückstisch, rein ins grüne Gewand, Büchse und Munition nicht vergessen und schon war ich im Auto. Natürlich war das alles nicht in 10 Minuten zu schaffen, aber in 20 Minuten war ich bei unserem Revierleiter Andreas und seinem Begleiter Paul die eigentlich eine Gamsgais suchten. Raus aus dem Auto Gewhr laden, eine gute Auflage war schon hergerichtet, kurz ansprechen, tief durchatmen und schon lies ich die Kugel aus meinem Bergstutzen fliegen . Der Bock brach im Feuer zusammen und stürtzte noch einige Meter eine Felswand hinunter und blieb dann auf einer Geröllhalde liegen. Dann konnte ich mal kurz durchatmen und mich mit Andreas und Paul unterhalten . " Wia olt werd er den sein " fragten wir uns als wir uns an das überqueren des reißenden Bergbaches machten, denn es hatte ja die ganze Nacht und auch Tage vorher ziemlich geregnet . Als wir am erlegten Stück ankamen waren wir beide von dem Anblich zutiefst überwältigt, das graue Haupt , fast keine Zügel waren mehr zu sehen, es muß ein alter Bock sein. Beim zählen der Jahresringe kamen wir auf ca. 13 Jahre aber das genaue Alter werden uns dann andere und kompetentere nächstes Jahr bei der Trophäenschau bestätigen.

Natürlich haben wir diesen Abschuss noch gebührend gefeiert.

Bedanken möchte ich mich nochmals bei unserem Revierleiter Andreas und dem Jagdkameraden Paul für den mir ermöglichten Abschuss von dem alten Gamsbock.

 

Danke und Waidanns Heil

 ,

                                                                                                  Bericht und Fotos:  Hubert Gostner,  Revier Kastelruth

 

nach oben