Bericht 56: Ein wunderbares Jagderlebnis

Am Sonntag, 8. August war ich mit dem Jagdaufseher Moritz vom Jagdrevier Schnals zur Gamsjagd verabredet, denn auch heuer hatte ich das Glück, einen Gamsabschuss im wunderschönen Pfossental tätigen zu dürfen. So startete ich in Begleitung meines Vaters um 4.15 Uhr von Schlanders aus nach Unser Frau im Schnalstal, denn dort sollten wir Moritz um 5 Uhr abholen und wie geplant fuhren wir dann ins Pfossental bis zum Eishof. Es war mittlerweile kurz vor 6 Uhr morgens und der anbrechende Tag verdrängte so langsam die Dunkelheit und so konnten wir bald die ersten Gämsen ausmachen. Moritz hatte bereits am Vortag die Gämsen beobachtet und meinte, dass wir heute vielleicht Jagdglück haben könnten. So begann der ca. 1,5 Stunden dauernde Aufstieg zu den gesichteten Gämsen. Es war ein recht mühsamer Aufstieg, aber er sollte sich lohnen. Kurz nachdem wir die Waldgrenze erreicht hatten, sahen wir gleich die ersten Gämsen. Es war ein schöner Anblick, als 5 Geißen mit Kitzen ca. 100 Meter ruhig vor uns ästen. Da ich heuer einen Gamsjahrling zum Abschuss frei hatte, versuchten wir die gesichteten Gämsen zu umgehen und sie nicht weiter zu stören. Langsam pirschten wir weiter, als plötzlich weitere Gämsen über einen kleinen Bergrücken zogen. Wir suchten schnell Deckung hinter einem Felsen und hofften, dass die Gämsen uns nicht bemerkt hatten. Aber eine der vorsichtigen Geißen musste bereits etwas von unserer Anwesenheit bemerkt haben und so kehrten die Gämsen um und verschwanden wieder hinter dem Bergrücken. Wir warteten etwas ab und dann pirschten wir in die Richtung der Gämsen. Als wir den kleinen Hügel erreicht hatten, meinte Moritz ich sollte mich schussbereit machen, denn die Gämsen waren mittlerweile zwar in einer kleinen Bodensenke verschwunden, würden aber wahrscheinlich recht bald wieder in unserem Anblick sein. Und dank seiner großen Erfahrung bei der Gamsjagd, hatte Moritz recht. Eine Gämse nach der anderen kam aus der kleinen Bodensenke hervor. Den Geißen folgten die Kitze und nach und nach kamen auch einige Jährlinge hervor. Jetzt hieß es kühlen Kopf bewahren, denn die Gämsen zogen überraschenderweise wieder in unsere Richtung und die Distanz betrug kaum 100 Meter.

Moritz sprach die Jährlinge der Reihe nach an und sagte mir dann, welchen ich erlegen dürfte. Ich richtete mich ordentlich mit meiner BBF ein und wartete geduldig bis sich der ausgewählte Jährling abdrehte und schön Blatt zu uns stand. Ich war mit dem Absehen direkt auf dem Blatt, als der Schuss brach und den Jährling zu Boden warf. Die restlichen Gämsen äugten angespannt umher und zogen sich schnell in die steilen Felswände zurück. Wir warteten einige Zeit ab und gingen dann zum Anschuss, wo der Gamsbockjährling lag. Ein herzliches Weidmannsheil von Moritz und von meinem Vater löste die Anspannung. Nach einigen schönen Erinnerungsfotos brachen wir den Jährling auf und anschließend stärkten wir uns mit einem ordentlichen „Halbmittag“.

Gegen 10 Uhr packten wir unsere Sachen zusammen und kehrten zum Eishof zurück. Dort stießen wir mit einem kühlen Bier auf unseren Jagderfolg an. Anschließend fuhren wir weiter bis zur „Rableidalm“, dort kehrten wir ein und aßen zu Mittag. Dann ging es weiter zum Gasthof Jägerrast. Dort stießen wir noch einmal auf das wunderschöne Jagderlebnis an. Dort stieß dann auch noch der Hermann zu uns und erzählte von seinem Jagderfolg vom Vortag, wo es ihm auch gelang einen Gamsjährling zur Strecke zu bringen. Mit einem gegenseitigen Weidmannsheil stießen wir darauf an. Gegen Abend kehrten wir dann nach Schlanders zurück, hängten die Gämse in unsere Kühlzelle und in Gedanken ließ ich noch einmal den ganzen Tag passieren.

 ch möchte mich herzlich beim Revierleiter des Jagdrevier Schnals und beim Aufseher für die Jagdgelegenheit und den geglückten Abschuss mit einem Weidmannsheil und einem Weidmannsdank bedanken. Es ist nicht selbstverständlich in so einem wunderschönen Revier einen Gamsabschuss tätigen zu dürfen.

Weidmannsheil –

 

                                                                                                                           Bericht und Fotos:  Höllrigl Martin

 

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