Bericht 11: Kahlwildabschuss

Arbeit, Kinder und Sport raubten mir heuer die Zeit, mich meiner Passion der Rotwildjagd hinzugeben. Wenn nicht viel Rotwild im Revier steht und man planlos nur ab und zu einen Ansitz wagt, bleibt klarer Weise der ersehnte Erfolg aus. Ende Juni entdeckte ich dann bei einer Kontrolle  endlich einen stark von Rotwild belaufenen Wechsel. Tagsüber war ich in meinen Gedanken gar nicht bei der Arbeit, sondern damit beschäftigt mir auszumalen welchen Einstand das Rotwild wohl tagsüber aufsuchen würde und wo und wie ich sie abends abfangen könnte. Sicher war, dass das Rudel, ich vermutete 3-4 Stück, eine Waldwiese in unmittelbarer Nähe unseres Hofes aufsuchen würden. Aber wann und wie spät? Wird dort das Licht noch reichen um sicher anzusprechen? Wohl kaum, dachte ich und entschied mich, zusammen mit einer hübschen Begleitung aufzusteigen ,um das Rudel in unmittelbarer Nähe der Einstände bereits beim Austritt zu überraschen. Der Aufstieg war schweißtreibend, das Wetter traumhaft und vom Hochsitz aus, konnten wir uns bereits von der ersten Minute an, am Anblick dreier Rehe erfreuen. Langsam wich der Tag der Nacht. Das Licht war noch gut als der junge Bock im steilen Gelände nach oben sicherte und unruhig wurde. Meine Begleitung machte mich mit einem Handzeichen auf ein Geräusch aufmerksam ....meine Augen und Ohren waren verständlicher Weise mit ganz anderen Dingen beschäftigt :-)

Dann ging alles sehr schnell!! Drei Stück Rotwild traten in die Lichtung. Voran ein schwacher Kolbenhirsch, gefolgt von einem C-Hirschen. Das letzte Stück im Bunde hatte keinen Kopfschmuck, war aber meines Erachtens sehr stark. Plötzlich wurde es laut. Wahrscheinlich hatte das vierte Stück Rotwild das noch im Hochwald ausharrte, einen Stein gelöst, welcher nun ungebremst und mit Getöse zu Tal stürzte. Unruhe kam in das Rudel und jetzt gesellte sich auch das vierte Stück dazu. Bereits der erste Blick durch mein Fernglas, bestätigte mir, dass es sich um ein Schmaltier handeln musste. Wenige Sekunden darauf, hallte unter der Felsenwand der Kugelschlag meiner 270-Win. Nach einer kurzen Todesflucht in den schützenden Hochwald vernahmen wir nur noch das Zusammenbrechen des erlegten Wildes. Erleichterung folgte und wir nutzten die Zeit die wir noch am Hochsitz verbrachten, um das Geschehene zu realisieren. War der Aufstieg auch noch so beschwerlich, der Abstieg und die Bergung hatten es auch in sich. Fix und fertig brachten wir das Tier gegen 23.30 Uhr schließlich in unsere neue Kühlzelle, wo uns bereits der von mir benachrichtigte Revierleiter erwartete. „Iaz isch es endlich an der Zeit Kran und Zelle zu testen“, meinte Oswald lachend und drückte mir mit einem Weidmannsheil die Hand.

Da es in diesem Jahr das erste Schmaltier war, das im Revier erlegt wurde, war die Freude aller groß und mit einem kühlen Blonden stießen wir am nächsten Abend auf den Erfolg an.

 
Weidmannsheil

                                                                                                                           Bericht: Christian Lindner  

 

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