Bericht 15: Fuchsjagd

Passjagd nr. 12 - Samstag 16 Januar 2010 - Gegen 20.30 Uhr fuhr ich von zuhause los, mit dem Auto musste ich eine gute halbe Stunde rechnen bis zum Luderplatz.
Kurz nach 21.15 Uhr hatte ich am Luderplatz die Köder verstreut und saß jetzt warm eingepackt auf dem Rücksitz meines Jeeps. Ich hing so meinen Gedanken nach, muss dann wohl für einige Momente eingedöst sein war es doch schon 22.15 Uhr als ich einmal auf meine Handy Uhr schaute. In der Zwischenzeit hatte es angefangen zu schneien, winzig klein rieselte der Schnee herab, Fuchswetter. Wann und von wo wird heute Abend ein Rotrock auftauchen, dachte ich. Wie, um alles in der Welt konnte ich den Schwarzen Schatten verpasst haben, der
jetzt über die weiße Fläche hoch schnürte. Für ein Schrotschuss war der Fuchs schon zu weit weg, schnell spannte ich meine Blaser BBF und stellte den Stecher scharf, mit mäuseln versuchte ich den Rotrock zu stoppen, der zeigte aber kein Interesse und zog weiter den Schneehang aufwärts. Da muss wohl eine scharfe Fuchsdame voran geschnürt sein. Auf der Fensterscheibe, hatte ich eine gute Auflage, das Leuchtabsehen auf dem Ziel, wagte ich den Finger am Abzug zurück zu ziehen. Der Knall zerriss die nächtliche Stille.

Nach einigen Sekundenbruchteilen sah ich wie der Rotrock, den Weg den er vorher hoch schnürte, jetzt herunter flüchtete, direkt über den Luderplatz hinunter in den Bachlauf. Einen zweiten Schuss konnte ich in der Dunkelheit
auf den hochflüchtigen nicht mehr abgeben. Ich war doch mit dem Leuchtabsehen auf dem Fuchs gewesen als der Schuss brach, warum flüchtete der Rotrock den ganzen Hang herunter wenn er bloss noch 10 Meter bis in den
ihm schutzbietenden Laubwald gehabt hätte. Dem Verhalten nach musste der Rotrock getroffen sein.
Ich entschloss mich bis kurz vor 24.00 Uhr abzuwarten, hoffte den Fuchs im Wundbett verendet vorzufinden.
Mit der Stirnlampe ausgerüstet kontrollierte ich nun den Fluchtweg, an Hand der Schweissspur war ich überzeugt nach einigen Metern den Freibeuter verendet zu finden. Die BBF geschultert stieg ich der Schweissspur nach in
das Bachbett auf der andern Seite wieder hoch, bald einmal stiess ich auf ein Wundbett. Eigentlich wollte ich jetzt die Suche abrechen, um dann am Morgen mit dem Zicco die Spur aufzudecken. Immer dichter und stärker schneite es jetzt, ich entschied mich der Spur weiter zu folgen, wer weiss wie viel Schnee Frau Holle noch ausschütten wollte. Langsam stieg das Gelände an, bald einmal war ich mitten im steilen Gelände, Schritt um Schritt musste nun der Halt geprüft werden wollte ich nicht ausrutschen und in die Tiefe fallen. Immer wieder stieß ich auf ein
Wundbett,  der Fuchs musste also schwer krank sein, aber noch auf der Flucht.
Einmal stand er auch keine 20 Meter vor mir auf einem Felsrücken, gleich hatte ich meine BBF angeschlagen, konnte aber den Kranken durch das angelaufene ZF nicht fassen, schon war er wieder verschwunden. Meine Anspannung löste sich jetzt wieder langsam, denn der Fuchs wechselte jetzt in den weniger Steilen Laubwald, wieder hatte ich Ihn wenige Meter vor mir, konnte aber nicht schießen, ein Auto fuhr unter uns durch.
Am Felshang wechselte der Fuchs von lins unten schräg nach
oben.
Auf den Fotos ersichtlich. Links oben im Schneehang wurde der Fuchs krank geschossen

Endlich  hatte ich den Fuchs frei vor mir, durch die Wucht der Schrote wurde er auf die Strasse geworfen. Erleichtert, den Kranken von seinem Leiden erlöst zu haben, musste ich noch einen Umweg machen um von der hohen Straßenmauer herunter zu kommen.

Beim Fuchs angekommen prüfte ich sicherheitshalber mit dem Büchselauf, ob der Bursche auch wirklich verendet sei, ein fauchen bestätigte meine Vorsicht, ein dritter Schuss halte durch die nächtliche Stille. Der erste
Schuss hat er in den Hinterlauf abbekommen, drum ist er wohl auch nicht mehr Bergwärts geflüchtet.
Glücklich dieses Erlebnis heil überstanden zu haben konnte ich nun die Heimfahrt antreten.
Das Fell dieses Rüden soll zusammen mit einem früher erbeuteten Rotrockes zu einer Fuchskappe verarbeitet werden, so wird mich dieses Erlebnis wohl immer begleiten.

Weidmannsdank

                                                                                                                           Bericht und Fotos:  Kari Schmid -

 

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