Bericht 05:  Mein erster Spielhahn


Das Erlebniss liegt zwar schon einige Monate zurück ist aber meiner Meinung nach doch erzählenswert und hat eine große Bedeutung für mich.
Im vergangenen April bei der Jagdversammlung wurde bekanntgegeben dass heuer in unserem Bergrevier in Obertilliach Sonnnseite in Osttirol 2 Kleine Hahnen zum Abschuss freigegeben werden. Nach kurzer Diskussion wurde großzügigerweise beschlossen dass wir 2 Jungjäger (Dominik und ich ) auf die Hahnen gehen durften!
Als im Mai die Schusszeit kam waren wir schon gut vorbereitet und hatten schon 2 mal die Hahnen verlost.
Der erste Versuch ging leider schief, es war ein perfekter Morgen und am Platz waren 4 Hahnen.
Dominik kam auf einen guten Hahn zu Schuss fehlte ihn aber leider.

Da er am nächsten Tag arbeiten musste, ging ich allein auf einen entlegenen Balzplatz eigentlich nur um zu verlosen, jedoch kam alles anders wie erwartet.
Um 2 in der Früh ging ich im Schein der Taschenlampe von den letzten Höfen in der Fraktion Leiten über eine alte Heuriese der Höhe entgegen. Wer im letzten Winter die Schneehöhen in Osttirol erlebt hat, weiß dass es nicht
gerade ein Zuckerschlecken ist, sich bei einer solch enormen Schneelage auf die Höhe zu "kämpfen"!

In dieser Nacht trug es jedoch auf der Schneedecke und so saß ich schon vor 4 Uhr im Schirm. Nach kurzer Zeit hörte ich über mir ein Schwingenklatschen und der erste Hahn fing an zu rodeln, dann ging es Schlag auf Schlag es  fielen noch 4 weitere Hahnen ein und noch etliche Hennen. Langsam wurde es auch heller und am platz war der Teufel los, eine Henne kam sogar bis in den Schirm herein.
Da ich an diesem Tag eigentlich nur verlosen wollte, schloss ich einen Handel mit mir: wenn die Hahnen bis auf ca 50 Meter an mich heran kommen und alles leicht geht werde ich schießen sonst, so sagte ich mir lasse ich es bleiben.
Doch ich hatte unverschämtes Glück, alle 5 Hahnen kamen auf  Schrottschussdistanz an mich heran, so suchte ich mir einen starken Hahn aus und im Knall der 22magnum  riss es den Hahn in die Luft um dann verendet
liegen zu bleiben, die Anderen balzten neben dem verendeten Hahn weiter als ob nichts gewesen wäre.
Ein gewaltiges Erlebniss und ein kapitaler Hahn!

3 Tage später klappte es auch bei Dominik seinem Hahn wo ich auch Begleiter
war!

Waidmannheil!!


                                                                                                Bericht und Foto:  Ebner Andreas - Obertillliach 65

 

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