Bericht 03:  Die erfolgreiche Nachsuche
Am 12. Dezember, einige Tage bevor es hies " Hahn in Ruh", begab ich mich in die Örtlichkeit "Huibmfeld Montoul" um nach Rotwild Ausschau zu halten. Gegen 17 Uhr kam ein einzelnes Reh und ging zu einem aperen Fleck um zu äsen. Ich überlegte ob ich die Gais schießen sollte, lies dann aber doch den Finger gerade. Kurz vor halb sechs, es war mittlerweile schon ziemlich dunkel geworden, als ich mitten im Feld einen dunklen Fleck ausmachen konnte. Schnell das Fernglas zur Hand und tatsächlich ein einzelnes Stück Rotwild! Ich sah gerade noch das es ein weibliches Stück war und legte mich sofort hinter meine Büchse, wobei ich auf dem harschen Schnee ein ziemlich lautes knirschen verursachte. Ich sah durchs Absehen wie das Tier mit einer kurzen Flucht überwechselte. Wobei es nie zurückverhoffte, und auch ich sah nichts nachfolgen, somit stand für mich fest das es ein einzelnes, nicht führendes Tier war! Als es am Waldesrand verhoffte und zu äsen begann, schaltete ich das Leuchtkreuz ein , zielte tief Blatt da es ziemlich steil bergauf ging, und als das Fadenkreuz still stand, krümmte ich den Finger und lies den Schuss brechen! Nach dem Knall war ich kurz vom Mündungsfeuer geblendet, doch dann sah ich wie das Tier den Schnee herunter rutschte. Ich repetierte,  aber einen weiteren Schuss, hielt ich nicht für notwendig. Irrtum!!! Plötzlich kam das Tier wieder auf die Läufe und ging hochflüchtig ab, und verschwand somit vor meinen Augen. Als ich Richtung Anschuss ging sah ich sehr viel Schweiß und ich dachte mir das es nicht weit gekommen sein dürfte. Zweiter Irrtum! Die Schweisspur verlor sich dort wo kein Schnee mehr war.
Als ich die Situation einem Jagdkollegen schilderte erklärte er sich bereit mit mir am nächsten Tag zu suchen, da es ja nicht mehr weit gekommen sein kann. Am nächsten Morgen begannen wir also mit der Suche und die Schweisspur führte uns immer weiter hinauf. Es war unglaublich, dass das Tier mit so hohem Schweissverlust noch so weit ging. Als die Fährte in einen Bach führte ging mein Kollege Roland mit den Steigeisen alleine weiter. Kurz darauf teilte er mir mit dass sich die Spur verlor und nur mehr einzelne Tropfen Schweiß zu finden seien, unterdessen  telefonierte ich unseren Aufseher Roland und bat ihm dass er mit seinem Hund "Tanko" nachsuchen möge. Als Roland eintraf, arbeitete sein Hund gleich die Schweissfährte, und daraufhin schnallte er den Hund da ziemlich viel Schnee lag. Wir begannen mit der Nachsuche dort, wo mein Kollege die letzten Schweisstropfen gefunden hatte und warteten zunächst auf den Hund. Doch musste dieser schon vorbei sein und so entschlossen wir uns, aufzuteilen. Wir hörten ständig einen Hund von einem Bauernhof lauten was die Situation natürlich erschwärte. Plötzlich hörte ich zwei Hunde lauten. Ich rief sofort Roland den Aufseher an, und dieser begab sich Richtung Hundegeläut. Zuerst hörte auch er nur den Hund des Bauern, als dann der Erlösende Anruf kam: " Peato dou liegs"! Der Hund hatte es direkt hinterm Bauernhof bei einem Zaun gestellt. Unglaublich welch eine Strecke dieses junge nicht führende Tier mit solch einer Verletzung zurückgelegt hat ( ein Vorderlauf Muskeldurchschuss, den anderen Vorderlauf komplett durchschossen). Hiermit möchte ich mich aufrichtig beim " Ziela Rolli" bedanken, der den ganzen Vormittag gesucht hat! Bedanken möcht ich mich auch beim " Pinta Rolli" und seinem Hund, die das arme Tier von seinem Leiden erlöst haben. So hat eine schlaflose Nacht doch noch ein halbwegs gutes Ende gefunden

Waidmannsheil und Weidmannsdank

                                                                                                                     Bericht und Foto:  Peter Taferner

 

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