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Unser
Muffelwild
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Das
Muffelwild lässt sich zoologisch wie folgt zuordnen: Es gehört
zu den Paarhufer und Wiederkäuer und ist ein Hornträger
und gehört zur Familie der Wildschafe
Beim Männchen spricht man vom Widder, das
Weibchen nennt man Schaf und die Jungen werden als Lamm bezeichnet.
Die Brunftzeit beginnt im Oktober und kann bis in den Dezember
gehen. Die Widder tragen dabei Rangkämpfe aus, in dem sie mit ihren
Köpfen auf einander zurennen und mit den Hörnern punktgenau auf
einander treffen.
Die Tragzeit beträgt 5 1/2 Monate und
bringen dann ab März die Jungen zur Welt. In der Regel wird ein
Junges gesetzt, aber es gab auch schon Zwillings Geburten.
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| Im Alter von
etwa einem Monat beginnen beim männlichen Jungen
("Widderlamm") die schneckenartigen Gehörne zu wachsen. Mit
dem 1. Lebensjahr weist das Widdergehörn eine
Länge von ca. 20 cm auf. In den Wintermonaten wird
das Gehörnwachstum wie bei allen gehörntragenden Wildarten
eingestellt. Das stärkste Wachstum weist das Gehörn
("Muffelschnecke") im 2. Lebensjahr auf. Ab dem 5. - 6. Lebensjahr
geht das Längenwachstum stark zurück. Die Schnecke kann bei alten
Widdern eine Länge von über
80 cm erreichen. Das Alter des Muffelwidders kann an den
Jahresringen abgezählt werden. Das Weibchen ("Muffelschaf")
trägt keine Schnecke, ganz selten jedoch kleine Hornstümmel.
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Aussehen
- Kleinstes Wildschaf.
- Gedrungener Körper, kurze, stämmige Läufe
- Hohle Hörner, die nach außen im Bogen
gedreht sind, sitzen auf Stirnzapfen und werden nicht abgeworfen
wie beim Hirsch oder Rehwild, sondern wachsen pro Jahr um einige
Zentimeter. Nach 6 bis 8 Jahren ist das Wachstum beendet. Fell des
Widders: im Winter braun bis schwarzbraun mit sogenanntem hellen
Sattelfleck auf dem Rücken, im Sommer ist das Fell rotbraun.
- Fell des Weibchens: im Winter graubraun,
im Sommer gelblichbraun.
- Muffel können bis zu 55 kg schwer werden.
Lebensraum
Mischwälder mit geschlossenen Waldwiesen,
in weiten Teilen Deutschlands vertreten. Für die Klauenpflege des Muffels ist
möglichst fester, steiniger Böden mit Felspartien nötig.
Verbreitung und Stellung
im zoologischen System
Wahrscheinlich stammt das Muffel aus dem
vorderasiatischen Raum und kam zunächst nach Sardinien und
Korsika. Von dort erfolgte die Einbürgerung in weite Teile
Europas. as Mufflon gehört zu den Wildschafen.
Nahrung
Das Muffelwild zählt zu den Wiederkäuern. Der größte Teil der Nahrung besteht aus
Gras, auch Blätter von Bäumen und Sträuchern, Kräuter, Samen und
Feldfrüchte.
Sinnesleistung und
Lautäußerung
Gutes Sehvermögen, Nase und Gehör sind ebenfalls
sehr gut
ausgeprägt. Bei Gefahr stößt es einen Pfeifton aus,
das durch ein Aufstampfen mit den Vorderläufen unterstützt wird. Als Lock- und Kontaktlaute sind ähnliche
Töne wie beim Schaf zu hören. Widder blöken, Schafe und Lämmer
meckern.
Fortpflanzung und
Lebensweise
Geschlechtsreife im ersten Lebensjahr. Paarungszeit: November/Dezember. Widder kämpfen mit den Schädeln
gegeneinander, wobei es zu einem kräftigen Krachen der Hörner
kommt. Nach einer Tragzeit von 21 Wochen setzt
das Wildschaf Ende April 1 bis 2 Lämmer, die etwa 4 Wochen gesäugt
werden. Die Lämmer können der Mutter bereits nach wenigen
Lebensstunden folgen. Das Muffelwild ist sehr standortreu, es lebt
in einem Rudel, das vom ältesten Schaf, dem Leitschaf, angeführt
wird. Ab dem 3. Lebensjahr allerdings schließen sich die
männlichen Tiere zu Widderrudeln zusammen.
Das Muffelwild kann bis zu 20 Jahre alt
werden.
Gefahren für das
Muffelwild
Lediglich schwache Lämmer werden häufiger von
Fuchs,
Adler, Wildkatze oder Wildschwein gefressen.
Die Muffel brauchen festen Boden und ein trocken - warmes Klima, da
es an Schalenauswachsen, Moderhinke, Leberegeln, Magen- und
Darmwürmern erkranken kann.
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* Bejagung
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Die gezielte Bejagung eines bestimmten
Widders ist sehr schwer. Das liegt daran,
dass Widder (wie Keiler) nicht wie Rehbock oder Hirsch relativ
sicher zu bestätigen sind. Es gibt zwar in jedem Revier besonders
beliebte Einstände und Äsungsplätze, auf denen sich die Wildschafe
bevorzugt aufhalten, aber trotzdem sind sie bei der Einstands- und
Äsungsflächenwahl doch recht unstet. So kann sich ein alter Widder
jederzeit sozusagen für Wochen und Monate "unsichtbar" machen.
Ich kenne die "Erlegungsgeschichten" von über 30 stärkeren Widdern,
die im DJZ- Revier und den benachbarten Revieren zur Strecke
gekommen sind. Danach liegen die erfolgreichen Bejagungsschwerpunkte
Anfang August, zur Brunftzeit und im Monatswechsel Dezember/Januar.
Im August und im Dezember/Januar stehen die Widder gern zusammen und
bevorzugen in dieser Zeit bestimmte Äsungsplätze. Häufig kann man
dann ansagen, wann sie austreten. Das hört sich relativ leicht an.
Leider sind diese Widder meist mittelalt und jung. Die wirklich
reifen meiden die Anwesenheit der "Halbstarken" und wechseln ständig
ihren Standort.
Als Jagdart empfehle ich im Normalfall den Ansitz. Pirschen oder gar
einen bestimmten Widder pirschend suchen, wird kaum gelingen, einmal
abgesehen davon, dass wir in unseren kleinen bis mittelgroßen
Revieren bei dieser Art zu jagen enorm stören. Hat man das
Muffelwild ein paar Mal vertreten, werden die Fluchtdistanzen immer
größer. Muffelwild äugt nach meiner Beobachtung von allen
einheimischen Schalenwildarten am besten. Wittern und Vernehmen sind
dagegen vergleichsweise schlecht ausgebildet, wobei das Wittern
schlechter ist als das Vernehmen.
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Hat man ein Rudel oder einen Trupp Widder auf größere Entfernung
ausgemacht, mag es natürlich gelingen, die Stücke im kupierten oder
hügeligen Gelände anzupirschen. Im gebirgigen Gelände pirscht man
grundsätzlich von unten nach oben, um Bewegungen am Horizont zu
vermeiden, die mit 100-prozentiger Sicherheit von einem der Stücke
eräugt werden. Bei der ersten Bewegung flüchtet das Rudel
kilometerweit. Widder haben allerdings die Angewohnheit, nach einer
kurzen, spontanen Flucht, ähnlich wie Gams, ein "Haberl" zu machen,
was schon manchem Widder zum Verhängnis geworden ist. Leider nicht
immer.
* Bericht "schwierige Bejagung"
von Hans-Joachim Duderstaedt aus DEUTSCHER JAGD-ZEITUNG |
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