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Die zoologische
Bezeichnung des Gamswildes ist Rupicapra rupicapra. Es gehört
zur Familie der Rinderartigen (Bovidae). Die Boviden
kennzeichnen sich insbesondere dadurch aus das sie
hochspezialisierte Wiederkäuer sind und eine große
Anpassungsfähigkeit an ihre Lebensräume haben. Weiters sind
sie Hornträger, wobei das Horn wohl verschiedene Formen hat
jedoch sich nicht verzweigt und auch nicht abgeworfen wird.
Das Horn sitzt fest auf einen Knochenzapfen.
Das Gamswild teilen
wir ein in: JAHRLINGE beiderlei Geschlechts, GAISEN, BÖCKE der Klasse 2 (das sind zwei- bis fünfjährige Böcke), BÖCKE der Klasse 1,(das sind sechsjährige und ältere Böcke), KITZE werden aber
auf den Abschuss nicht angerechnet.
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Gamsbock
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Gamsgais |
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Lebensraum:
Bei uns in
Südtirol
ist der typische Lebensraum der Gams das Hochgebirge, die
Almen bis herunter in die Waldgrenze. Zur Winterszeit auch in
den Bergwäldern. Es gibt auch so genannte Waldgams die Ihren
Lebensraum das ganze Jahr über im Wald haben (es gibt
Gebirge die niedere Höhenlagen aufweisen und dadurch
bewaldet sind). Diese Waldgams kommen zumeist nur in geringen
Beständen vor.
Im Hochbebirge lebt das weibliche Wild mit den Kitzen in Rudeln
zusammen. Auch die jüngeren Böcke bilden Rudel, nur die alten und reifen
Böcke leben als Einzelgänger. Im Sommer bevorzugt das Gamswild die
schattseitigen Lagen und im Winter ist es gerne auf der Sonnseite
anzutreffen. Bei hoher Schneelage zieht das Gamswild auch in tiefere
Lagen zur Äsungsaufnahme. Es trifft immer mehr
zu, daß das Gamswild in seinem natürlichen
Lebensraum durch verschiedene Sporttreibende z. B.
Mountainbiker, Drachenflieger, Paragleiter, Schwammerlsucher, Tourenschifahrer,
usw. gestört wird und deshalb ständig in tiefer gelegene
Wälder flüchten muß und diese dann auch als Einstandsgebiete annimmt.
Das Gamswild ist ein tagaktives
Wild und nützt die
frühen Morgen- und Vormittagsstunden sowie die Abendstunden zur
Äsungsaufnahme. Die Gams ist ein
hervorragender Kletterer im Fels und durch eine überdurchschnittlich
große Lunge zu gewaltigen Leistungen fähig. Er vernimmt (hört) sehr gut,
er windet (riechen) sehr gut, er äugt (sieht) ganz gut, wobei das
erkennen von Bewegungen ausgezeichnet wahrgenommen wird.
Geschlechts- und Altersunterschiede:
Wir machen
einen Unterschied zwischen Altersbestimmung und Altersschätzung:
Altersbestimmung heißt, das Alter aufs Jahr genau zu ermitteln.
Altersschätzung beschränkt sich auf die Aufgabe des ungefähren Alters.
Die Gesichtsschädel des Jungwildes ist kurz und streckt sicher erst mit
den Jahren. Deshalb ist der Kopf von Gamsjahrlingen kürzer als beim
erwachsenen Wild. Jungwild ist leicht gebaut und schlank. Im Rudel haben
Jungtiere nie eine führende Position. Beim richtigen Ansprechen
einer Gams müssen Aussehen, Verhalten, Körperbau und Gamskrucke mit einbezogen
werden. Das sicherste Merkmal (Bock oder Gais) ist, wenn sie die
Gams beim "nässen beobachten können. Die Geschlechter kann
man an der Krümmung der Schläuche erkennen, jedoch kann dies
nicht immer einwandfrei behauptet werden, so gibt es
bockgehakelte Geißen und geißgehakelte Böcke. Das Alter am
erlegten Gamswild kann man an den Jahresringen abzählen.
Diese entstehen durch den jährlichen tütenartigen Hornzuwachs. Die scharfe Abgrenzung der Gesichtsmaske
und der schlanke Körperbau sind ein Zeichen für eine jüngere Gams.
Die Zügel werden, je älter die Gams ist, umso verwaschener
gegenüber dem hellen Haupt. Der Körper wirkt kantig und die Läufe
wirken kürzer. Der Widerrist tritt stärker hervor, der Spiegel wird
kleiner, der Träger wirkt kürzer und stärker. |
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Jahrling
(einjährige Gams) |
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Gamskitz
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Auch Knochen können
Hinweise auf das Alter geben. Das Gamskitz, bildet auf den
Stirnzapfen
bis zum Herbst keine hörnerne Haken.
Die horntragenden
Tiere besitzen ihre auf Knochenzapfen sitzende, aus
Hornsubstanz bestehende Trophäe ihr Leben lang. Wie bei allen
horntragenden Wildarten trägt auch die Gamsgeiß eine Krücke. Sie
ist allerdings etwas dünner und oben nicht so stark nach hinten unten
gekrümmt (gehakelt) als die des Bockes. Der Schlauchquerschnitt ist beim
Bock eher kreisrund und bei der Geiß ist dieser eher oval. Die Schläuche
wachsen jährlich tütenartig ineinander und sitzen auf verknöcherten
Stirnzapfen.
Beim Ansprechen eines
Gamsbockes muß man auch sein Verhalten gegenüber seinen Artgenossen
während des Jahres und im besonderen beim Brunftgeschehen beobachten.
Auch das Haarbüschel an der Austrittsöffnung der Brunftrute (Pinsel) wird
als Hilfsmittel zur Altersbestimmung am lebenden Gamsbock
herangezogen. Die alten Bocke besitzen meist einen längeren
Pinsel als die Jungen. Mit
Beginn der Vegetationsperiode im drauffolgenden Jahr wächst die Krucke
weiter. Die junge Gams
(JAHRLING genannt) macht den Jahringsschub, der etwa Mitte des Jahres
(Juli/August) abgeschlossen wird. Die Krucke wächst erst wieder im
nächsten Jahr weiter, und so fort. Beachte, die Krucke wächst nicht von
Jahresmitte (etwa August) bis Frühjahr (etwa Mai) des darauffolgenden
Jahres. In diesem Zeitraum sieht die Krucke also immer gleich aus,
obwohl der Gams dabei fast ein Jahr älter wird. Die einzelnen
Jahresschübe sind dadurch einen mehr oder weniger deutlichen Jahresring
voneinander getrennt.
Kaum erkennbar ist der Ring zwischen Kitz- und Jahrlingsschub. Er
sitzt etwa in der Krümmung der Krucke.
Der zweite, dritte und vierte Schub sind mehrere Zentimeter oder
weniger. Der Kruckenschlauch schließt sich mit Abschluß des
fünften Schubes eng um den Stirnzapfen. Nun werden
nur noch die sogenannten Millimeterringe (genauer:
Millimeterschübe) gebildet. Jeder steht für ein Lebensjahr.
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Was zählt man?
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Wir zählen die vollendeten
Lebensjahre. also zählen wir die Schübe. Den letzten (untersten) dürfen
wir aber nicht mitzählen, denn dessen Lebensjahr ist noch nicht vollendet.
Haben wir beispielweise im Januar ein Kitz gefunden, so sehen wir nur
einen Schub, den "letzten": Das Kitz ist 0 vollendete Jahre alt- richtig! Erst der Jahrling
ist ein vollendetes Jahr alt. Er hat zwei Schübe, und dazwischen
einen Jahresring. Die Abnutzung der Backzähne ist beim Gamswild
ein unsicheres Altersbestimmungsmerkmal. Es ist
wohl Unerfahren oder nur "Wichtigtuerei" eines
Jägers oder sogar eines Pirschführers, wenn er mit
seinem Spektiv
oder sogar mit seinem Fernglas auf eine Schussentfernung das Jahr einer
Gamsgais oder eines Gamsbockes aufs Jahr
bestimmen will. Die Regel lautet: JUNG, REIF oder ALT.
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Wohl anders
ist beim ansprechen eines Jahrling. Vor allen an der Höhe
der Krucke und dem jugendlichen Aussehen kann man einen
Jahrling ( 1 jährige Gams) richtig ansprechen. "Ausnahme von
der Regel: Finger gerade!"
Aussehen:
Gemsen können bis zu 25 Jahre alt
werden, erreichen durchschnittlich ein Alter von 15 Jahren.
Eine Altersbestimmung durch das Gebiss ist nicht wirklich
möglich, da die Zähne keine Abnützungserscheinungen
zeigen. Ab dem zweiten Lebensjahr wird die Gams
geschlechtsreif. Die Gais säugt ihr Junges bis in den
Winter, kümmert sich aber insgesamt 1 ½ Jahre um das Kitz.
Das Gamswild verfärbt seine Decke zweimal pro Jahr; im
Frühjahr (Mai) und im Herbst (September). Die Sommerdecke
besitzt kürzere, fahlgelb gefärbte Grannenhaare,
der
Aalstrich - vom Haupt über den Rücken bis zum Wedel -
(siehe Foto Gams im Sommer),
die Läufe, die Bauchseite und die Zügel am Haupt sind dunkel
bis schwarz gefärbt. Die Zügel sind zwei vom
Kruckenansatz über die Lichter bis zu den Äserwinkeln
reichende schwarze Streifen. |
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Pinselhaare weisen
mit Sicherheit auf einen Bock hin. Die Länge der Haare gibt
entgegen häufiger Meinung keinen sicheren Hinweis auf das Alter,
aber ist ein guter "Ansprechsfaktor". Verlassen Sie sich niemals
nur auf die Krucke |
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GAMS IM
SOMMER |
GAMS IM WINTER
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Im
Winter sind die Grannenhaare schwarz gefärbt, nur die Maske
am Haupt, die Bauchunterseite und der Spiegel sind weiß. Die
langen Grannenhaare mit den weißen Spitzen (Reif am
Aalstrich des Wintergamsbockes werden als Bart bezeichnet,
sie werden nur im Frühjahr gewechselt. Will man aus diesen
langen Haaren einen Bart binden lassen, so muß man sie im
warmen Zustand vom frisch erlegten Gamsbock rupfen und in
steifes Zeitungspapier verpacken, damit die bis ca. 20cm
langen Haare nicht beschädigt werden. Die Hufe der Gämsen
sind relativ lang und scharf.
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Die harten Schalenränder und die elastische Sohle
erleichtern das Klettern: Im Sommer, wenn sich die
Schalenränder am Fels abschleifen, findet die Gämse mit der
weichen Sohle guten Halt. Im Winter hingegen verhilft die
scharfe Kante zu sicherem Tritt auf vereisten Flächen. Durch
seine spreizbaren, hartgummiartigen Schalen ist das Gamswild
besonders gut für das Leben in der Felsregion ausgestattet.
Die beiden Hufschalen sind gegeneinander sehr beweglich.
Bei normalen Gang werden sie parallel zueinander aufgesetzt,
bei Flucht, Schnee oder in steilem Gelände sind sie stark
gespreizt. Die Afterklauen,
zwei kleine zurückgebildete
Zehen hinter den Hufen,
werden
vor allem beim Abwärtsgehen
als Bremse eingesetzt; sie hinterlassen nur in weichem Boden
einen Abdruck. Die Kotpillen sind fast kugelförmig und
messen etwa 1.5 cm im Durchmesser.Losung:
besteht aus mehr
oder minder losen dunkelbraunen bis schwarzen Zäpfchen.
Die Gamslosung ist im Winter schwarz glänzend. Die Beeren sind ca. 8 mm
stark und 1,2 cm lang. Im Sommer wird sie in zusammengedrückter Form
abgesetzt. Zwischen Bock- und Geißenlosung gibt es keinen Unterschied.
Nahrung:
Gämsen leben
gemeinsam in Rudeln und sind hauptsächlich tagaktiv. Sie nutzen die
frühen Morgen- und Vormittags- sowie die Abendstunden zur
Nahrungsaufnahme.
Als Nahrung nimmt das Gamswild Gräser, Kräuter, Flechten, Moose und im
Winter Knospen und Triebe von Sträuchern, Laub und Nadelbäumen auf. Von einer
Winterfütterung sollte man beim Gamswild absehen. Im Wald sind die
Gämsen unerwünscht, da sie Forstpflanzen und Jungbäume
verbeißen männliches Wild erlegt werden, und der
Eingriff in die Jugend (Jahrlinge) darf ebenfalls nicht
zu knapp ausfallen. |
Besonders zu achten ist der Abschuss von Gamsgeisen,
dass kein Muttertier erlegt wird. Kitze werden hauptsächlich
während der Brunft vom Bock nicht geduldet und somit
während der Liebeszeit beim Rudel zurückgelassen.
Somit beobachtet man immer wieder Geisen ohne Kitze die in Wirklichkeit aber
"Führend" sind.
Wird eine Muttergais erlegt,
schließen sich die Kitze auch anderen Gaisen oder dem Rudel an, so beobachtet man immer
wieder Gamsgaise die zwei und mehrere Kitze führen.
Nachdem aber die
Kitze ohne Muttermilch auskommen müssen, überleben im Hochgebirge
nur körperlich gesunde und starke Gamskitze den Winter. Als wichtigste
Hegemaßnahme
(siehe
Bericht) beim
Gamswild kann die Anlage von Salzlecken an von Feuchtigkeit geschützten
und vom Gamswild beliebten Stellen genannt werden. Der Abschuß von
schlecht verhaartem und kümmerndem Gamswild ist eine wichtige Hegemaßnahme.
Ein Geschlechterverhältnis von 1:1 sollte angestrebt werden. Die
Zuwachsrate beträgt beim Gamswild ca. 50 % der Geißen
des Frühjahrstandes. Der Jäger soll stärker in die
Jugendklasse (III) eingreifen. Die Mittelklasse sollte
möglichst geschont werden, sie sollte ca. 60 % des
Bestandes betragen. Hege:
Gamswild bringt
verhältnismäßig wenig Nachwuchs, und viele Kitze kommen im Winter im
Gebirge um. Die Bejagung muss daher vorsichtiger erfolgen als beim
Rehwild. Um Alters und um das Geschlechtsverhältnis ausgewogen
zu erhalten, muss insgesamt etwa mehr weibliches als männliches
vorhanden sein. |
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Reviermarkierung:
Der Gamsbock markiert sein Revier
besonders während der Brunft durch ein Sekret aus den hinter den Schläuchen
sitzenden Brunftfeigen. Sollte ein Rivale in sein Revier gelangen werden
Rangkämpfe ausgetragen und aus seinem Revier blitzartig durch das
felsige Gelände Kilometerweit vertrieben. Brunftige
Gamsböcke erkennt man auch durch das unruhige Verhalten, kaum
Äsungsaufnahme und dauernd auf Suche nach einer Gamsgeis. Bewandert
ständig sein markiertes Revier um auch Nebenbuhler von seinen Geisen
fernzuhalten. Deutlich erkennbar sind das "Blädern" mit weit geöffneten Äser
(Maul) und der wachelnde Bart bei älteren Böcken.
Lautäußerung
Gamswild:
(Reinhören):
Bei Gefahr stößt das
Gamswild durch den Windfang einen weithin hörbaren
Pfiff aus. Die Geiß verständigt
sich mit dem Kitz durch leises Meckern. Sehr ähnlich, nur wesentlich
lauter, ist das Blädern des Bockes in der Brunftzeit. |
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Reviermarkierung |
| Fortpflanzung: Die
Gamsbrunft findet im November statt, die Brunft ist besonders lebhaft
bei Schneelage und klarem, kaltem Wetter. Der Platzbock, der in der
Brunftzeit zum Geißenrudel steht, beherrscht dieses. Nähert sich ein
anderer Bock diesem Rudel, so vertreibt er ihn oft durch eine
halsbrecherische Verfolgungsjagd über
weite Strecken. Der Gamsbock treibt blädernd und öfters nässend die
brunftige Geiß und beschlägt sie. Die Gamsgeiß geht ca. 26
Wochen beschlagen und setzt ihr Kitz (meist nur eines) Ende Mai bis
Mitte Juni.
Zum
Setzen verläßt die Geiß das Rudel und kehrt erst nach einigen
Tagen wieder mit dem Kitz zurück. |
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