Trophäenschau des Bezirkes Brixen in Meransen

Viel Lob erntete die Jägerschaft des Jagdbezirkes Brixen und dessen Bezirksjägermeister Rino Insam von allen Seiten für hervorragende Abschussleistungen während des vergangenen Jahres. Die Lüsner Jäger wurden für ihr neues Projekt zudem lobend hervorgehoben. Die Trophäenschau war gut besucht und erlebte am Sonntag mit der Messfeier einen weiteren Höhepunkt. Die Bevölkerung Meransens und Jäger des Bezirks bildeten so eine Einheit. Die Jaghornbläsergruppe „Spielhahn“ aus Lüsen (siehe Banner) umrahmten die Feier.

 

Bezirksjägermeister Rino Insam eröffnete die Hegeschau und begrüßte die zahlreich anwesenden Jägerinnen und Jäger, die Gäste und Ehrengäste, unter ihnen den Landtagsabgeordneten Pius Leitner, den Bürgermeister der Marktgemeinde Mühlbach, Christoph Prugger, Landesjägermeister Klaus Stocker, seinen Stellvertreter Sandro Eccher und den Direktor des Amtes für Jagd und Fischerei Heinrich Erhard. Dann übergab Insam das Wort dem Bürgermeister, der die Grüße der Gemeindeverwaltung überbrachte und sich erfreut zeigte, diese Veranstaltung beherbergen zu dürfen.

 

Bürgermeister Christoph Prugger sprach von der Schönheit der Landschaft und dem Privileg der Jagd: „Wir leben in einem wunderschönen Land und somit auch in herrlichen Revieren. Das Revier unserer Gemeinde reicht von den Reben an der Mühlbacher Klause bis zum Nochgletscher unter der Kreuzspitze. Hier finden sie Obstwiesen, ausgedehnte Wälder und eine wunderbare Arten und Felsregion. In dieser schönen und vielfältigen Landschaft wird die Jagd ausgeübt.“ Dann sprach er über das Zusammenleben der verschiedenen Interessensgruppen: „Unser Revier gehört aber nicht den Jägern alleine. Die Bauern haben ein gewichtiges Wort mitzureden, natürlich auch die Wanderer und Berggeher und viele andere auch. Wir beherbergen auch Gäste, die sich bei uns wohlfühlen sollen. Allein dadurch ergibt sich schon ein gewisses Spannungsfeld. Die Jäger machen zudem nur wenige Prozente der Bevölkerung aus. Es ist für mich selbstverständlich, dass die Werte der Jagd nicht von allen Mitbürgern gleich gesehen werden, vielfach auch aus Unkenntnis der Materie und manchmal sind wir als Jäger ein wenig schuld daran. In diesem Zusammenhang finde ich Bescheidenheit eine Tugend.“

Der Bürgermeister wünschte: „dass es in einer immer pluralistischer werdenden Welt weiterhin gelingen möge, das Gute an der Jagd weiter zu machen, die erforderlichen Richtlinien zur Erhaltung artenreicher Wildbestände umzusetzen, die Natur zu lieben und die historischen Namen der auch kleinen Örtlichkeiten zu pflegen, sowie nicht zuletzt auch die Kameradschaft unter den Jägern. Ich wünsche mir auch, dass es den Zuständigen gelingen möge, den immer wieder sich stellenden Problemen mit Augenmaß zu begegnen und sie zu bewältigen.“ Prugger verabschiedete sich mit den Worten: „Ich wünsche allen einen guten Verlauf der Hegeschau, allen Jägerinnen und Jägern einen guten Tag in Meransen und bedanke mich mit einem kräftigen Weidmanns Heil.“

  

Totengedenken: Nach der Begrüßungsansprache des Bürgermeisters bat Rino Insam als Bezirksjägermeister und Leiter der Veranstaltung die Anwesenden, sich zum Gedenken an die verstorbenen Weidkameraden zu erheben. Er verlas die Namen und die Bläser spielten dann das „Jagd vorbei“.

 

Abschussbericht: Nun berichtete Insam über die Tätigkeit des vergangenen Jahres und begann mit dem Rehwild, von dem Insam sagte: „Das Rehwild ist von Natur aus eine unproblematische Wildart. Wenn wir damit Probleme haben, dann machen wir sie uns selbst, denn es gibt immer noch die unterschiedlichsten Meinungen dazu. Auch eine gewisse Ablehnung der Hegerichtlinien ist da und dort zu verspüren. Im Bezirk Brixen haben wir einen guten Umgang mit dieser Wildart und können stabile Zahlen vorweisen. Der Abschussplan sah für 2010 die Entnahme von 697 männlichen und 719 weiblichen Rehen vor. Erlegt wurden 667 männliche, das sind 96% und 724 weibliche, das sind 101%. Eine so komplette Abschussplanerfüllung ist selten gelungen und ich glaube, auch im Land Südtirol eine Ausnahme.“

 

Zum Rotwild sagte Insam: „Unser Bezirk weist in einigen Gebieten relativ hohe Rotwildbestände auf. Das Abschussergebnis war durchaus zufrieden stellend. Das Soll bei den Hirschen betrug 133 Stück, erlegt wurden 109, das sind 82%, beim Kahlwild lautete das Soll 230 Stück, erlegt wurden 177, das sind 77%.“

Der Bezirksjägermeister analysierte die Rotwildbestände sehr genau und zeigte die großen Unterschiede im Bezirk auf. Er sprach über gezielte Bewirtschaftung und stellte die Frage, wie man Wildschäden entgegen wirken könne. Er unterstrich das Bemühen der Jäger im Revier Lüsen, den Jagdruck zu senken. „Für den Abschuss eines Stückes Kahlwild sind mehrere Jagdausgänge notwendig. Mit Fortdauer der Jagdzeit wird das Rotwild immer scheuer, man bekommt es tagsüber fast nicht mehr zu Gesicht, auf Freiflächen tritt es nur mehr nachts aus. Der hohe Jagddruck stört das Wild in seinem natürlichen Rhythmus. Das Ziel im Jagdrevier Lüsen heißt, die Rotwildjagd zu organisieren. Das Revier ist nun in sechs Zonen eingeteilt worden. In den Wiesen muss der Jagddruck hoch bleiben, die restlichen Zonen werden abwechselnd nur für wenige Wochen bejagt. Der Jagderfolg dürfte dann auch dementsprechend höher sein, denn in der restlichen Zeit wird dem Rotwild hier ja nicht nachgestellt und die Tiere können somit ihren natürlichen Rhythmus beibehalten. Ich wünsche, dass sich die Erfolge einstellen, sodass bald auch in anderen Revieren ähnliche Überlegungen angestellt werden.“

 

Das Gamswild hat derzeit folgenden Bestand: Vintl, Mühlbach und Pfunders melden gute, aber z.T. abnehmende Bestände. Orografisch links der Rienz ist der Gamsbestand von der Räude völlig dezimiert geworden.

545 Stück sollten erlegt werden. 426 kamen zur Strecke, also 78%. Davon waren 150 Böcke, 125 Geißen und 151 Jährlinge. Im Jahr 2007 waren noch 809 Gämsen erlegt worden.

Insam: „Während die Reviere östlich des Eisack an den Wiederaufbau der Gamsbestände denken, stellt sich für die Reviere westlich und vor allem nördlich des Eisacktales die Frage, wie sie in den nächsten Jahren ihre Gamsbestände bewirtschaften sollen. Eine Reduktion der Bestände macht nur Sinn, so lang sie nicht von der Räude erfasst worden sind. Auch Hegeabschüsse von kranken Tieren helfen dann nichts mehr.

Im Dolomitengebiet denken wir, wie gesagt, schon wieder an den Wiederaufbau der Bestände. Ich appelliere an die Gamspirschführer, Abschüsse nicht voreilig freizugeben und auf diese Weise ihren Beitrag zur Erholung der Gamsbestände in den Dolomiten zu leisten.“

 

Im Bezirk Brixen wurde im Vorjahr eine 19 Jahre alte Steingeiß im Jagdrevier Pfunders zur Strecke gebracht.

Es wurden 438 Füchse erlegt. 67 Füchse wurden von den Jagdaufsehern im Zuge ihres Dienstes im Spätherbst und im Winter erlegt.

Graue Hasen wurden 163, Schneehasen 38 erlegt.

Federwild:  Im vergangenen Jahr wurden im Bezirk Brixen 53 Spielhahne, 33 Schneehühner, 9 Steinhühner, 27 Stockenten, 18 Waldschnepfen, 155 Krähen und 357 Eichelhäher erlegt.

In den Revieren Mühlbach, Pfunders, Klausen, Villanders, St. Andrä, Villnöss und im Grödental wurden 197 Murmeltiere zur Strecke gebracht.

 

Rino Insam beendete seinen Erfolgsbericht mit den Worten: Es dauert nicht mehr lange, dann zeigen sich die Rehböcke mit dem frisch verfegten Geweih und wir können und auf ein neues Jagdjahr freuen, das uns viele Erlebnisse, einen guten Anblick und ab und zu auch ein passendes Stück Wild ermöglichen soll.  Mit diesem Wunsch und einem herzlichen Weidmannsheil schließe ich ab und bitte den Landesjägermeister auf das Rednerpult.

 

Landesjägermeister Klaus Stocker begann sehr lobend. Er sagte: „Nach diesem hervorragenden Bericht des Bezirksjägermeisters finde ich es eigentlich Zeitverschwendung, wenn ich jetzt noch lange Rede, das wäre völlig überflüssig. Lassen sie mich ein Kompliment der Jägerschaft dieses Bezirkes ausdrücken, für die Darstellung der Trophäen, auch die Information der angebrachten Faltblätter ist sehr wichtig und ausreichend. Wie gesagt, ein Kompliment für diese heutige Trophäenschau. Sie beweißt, dass wir auch in schwierigen Zeiten – wir haben die Problematik der Gamsräude gehört, wir haben über Tollwut gehört – auch in schwierigen Zeiten wissen wir Jäger, Verantwortung zu tragen.“

Stocker zeigte sich erfreut über das Wildschadensabkommen und die Solidarität unter den Jägern. Dann lobte er die Jäger des Reviers Lüsen:

„Ich möchte dem Revier Lüsen ein Lob ausdrücken. Das Revier Lüsen ist dabei, einen neuen Weg in der Bejagung des Rotwildes zu gehen. Ich habe mit Begeisterung dieses Projekt in der Jägerschule Latemar vor einer Woche das verfolgt, was man hier jetzt angehen will. Ich wünsche mir, dass das Revier Lüsen dieses Konzept nicht nur über ein Jahr sondern über mehrere Jahre hinzieht, so, dass man am Ende daraus neue Erkenntnisse ziehen kann. Ich bin überzeugt, dass sie den richtigen Weg angegangen sind und sie werden Wegweiser sein für die Jagd in unserem Lande. Sie werden andere Reviere motivieren, neue Wege zu gehen. Die Jagd hat während des vergangenen Jahrtausends eine große Entwicklung mitgemacht und wir dürfen nicht stehen bleiben. Wir müssen neue Wege gehen, weil sich das Wild den veränderten Umweltsituationen anpasst, weil die Veränderungen eben andere Werte brauchen. Ein Kompliment Lüsen auch deswegen, weil diese Methode auch die Kameradschaft fordert. Nur wenn alle zusammen schauen, ist ein solches Projekt umzusetzen.“

Zum Schluss sagte Stocker: „Ich wünsche mir, dass es uns gelingt, diese Kameradschaft weiterhin so hoch zu halten, dass es neben der direkten Ausübung der Jagd diese Freude die wir eben genießen. In diesem Sinne wünsche ich schöne Tage vor der praktisch schon anstehenden Jagd, Waidmanns Heil.“

 

Sandro Eccher, Vertreter der Jäger italienischer Muttersprache wünschte der Veranstaltung gutes Gelingen und dankte den Verantwortlichen des Bezirks Brixen für die ausgezeichnete Organisation.

 

Heinrich Erhard, Direktor im Amt für Jagd und Fischerei ergriff al nächster Redner das Wort und lobte im Rückblick die Tatsache, das der Bezirk Brixen von einem Ladiner geleitet werde: „Der Bezirk Brixen hat einen ladinischsprachigen Bezirksjägermeister, dem auch in der Vergangenheit wiederholt solche vorgestanden sind. Es ist heute angebracht, allen Ladinern für unser Reviersystem zu danken.

Beglückwünschen möchte ich vor allem den Bezirk Brixen zu der vom Bezirksjägermeister verlesenen Statistik zu den hier ausgestellten Rehkrickln, Gamskrucken, Hirschgeweihen, weniger vielleicht zu den Wildschweintrophäen. Diese Trophäen als Symbol für das erlegte Stück als „pars pro toto“, wie die Römer sagten, beweisen einmal, die Vielgestaltigkeit des Lebensraumes der weitgehend noch naturnah ist , die Vitalität unseres Wildes aber auch die fachgerechte Bewirtschaftung und die korrekte Jagdausübung.“

Nach dem kurzen Rückblick gab Erhard auch eine Vorschau, wobei er unweigerlich auf die Wildkrankheiten zu sprechen kam: „Wir können mit Fug und Recht behaupten, dass die Jäger der Abschussplankommission, die Revierleiter, die Pirschführer und die Aufseher das Menschenmögliche getan haben. Wir haben da nur beschränkte Möglichkeiten. Viel positiver ist unsere Erfolgsbilanz an der Tollwutfront, dank des raschen Einsatzes der Impfaktion durch den landestierärztlichen Dienst und der wirklich tatkräftigen Unterstützung der Jägerschaft für die entsprechenden Kontrollmaßnahmen. So konnten wir verhindern, dass sich diese Krankheit nicht weiter ausgebreitet hat, die Situation kann mit zwei Worten beschrieben werden: Wir haben eine entscheidende Schlacht, aber noch nicht den Endkampf endgültig gewonnen. Deshalb werden auch heuer wieder zwei Impfaktionen durchgeführt werden, je eine im Frühjahr und im Herbst.“ Erhard tadelte die wenigen Jäger, die sich beklagt hätten, sie sie wegen des Auslegens der Köder für zwei Wochen nicht mit ihren Hunden jagen durften. Dazu meinte Erhard: „Ich hab nicht das geringste Verständnis für die von einzelnen wenigen Jägern geäußerte Kritik, die glaubten diese Einschränkung der Jagd mit Hunden wäre nicht gerechtfertigt. Ich glaube, an 1. Stelle steht die Gesundheit die Bekämpfung dieser Wildkrankheit und muss erinnern, Wildschadensvorbeugung ist nicht nur eine waidmännische Pflicht, sondern sie dienen unserm sozialen Reviersystem, wovon wir Jäger profitieren. Ein Letztes noch, was die Novellierung des Jagdgesetzes betrifft: Die Anfechtungen haben uns eines deutlich gemacht: Sonderabschussdekrete sind womöglich zu vermeiden. Deshalb ist bereits im vergangenen Jahr das neue Naturschutzgesetz mit Schalenwild und Fuchsregulierung in allen geschützten Biotopen über 10 ha. per Gesetz freigegeben worden, mit dem heuer über die Bühne gehenden Omnibusgesetz soll die Schusszeit für den Fuchs und das Wildschwein bis Ende Jänner verlängert werden, daneben auch eine Regulierungsmöglichkeit für die Drosselarten und für den Feldhasen in den Obstanlagen bis zum 10. Jänner. Natürlich, bei nicht jagdbaren Arten gibt es leider keine Alternative zu Sonderdekreten. Das muss auch klar gesagt werden.“ Dann blickte Erhard kurz in die Zukunft: „Wie wird es weiter gehen? Vorerst müssen wir die Sachurteile, die im April ergehen sollen, abwarten. Unabhängig davon kann ich mitteilen, dass die Steinwildregulierung mit denselben Kriterien wie letztes Jahr, sicher wieder eröffnet wird. Wie lang sie hält, steht in den Sternen, ich hoffe etwas länger, was heißt, eine Regulierung wird es in der Metapopulation zwischen Brenner und Rechenpass geben, außerhalb dieser nur der gezielte Abschuss von  eindeutig bekannten Stücken. Was das Murmeltier betrifft, werden wir bei der Abschussplanung einen entsprechenden Vordruck verteilen. An eine wesentliche Neuerung müssen wir uns aufgrund der letzten Anfechtung des Urteils anpassen: Es braucht bei jeden einzelnen Antrag ein eigenes Untersuchungsverfahren. Die Wildbeobachtungsstelle jedenfalls hat für diese Ausnahmen inzwischen auch für den Steinmarder ein positives Gutachten abgegeben. Ich darf ein geselliges Beisammensein und etwas Unterhaltung wünschen. Waidmanns Heil.“

 

Abschließend dankte der Bezirksjägermeister allen Mitwirkenden von Organisation und Gestaltung, allen die gekommen sind und lud zur Messfeier am Sonntag ein. Wir waren auch am Sonntag dabei und haben festgestellt, dass die Bevölkerung von Meransen in Eintracht mit den Jägern des Bezirkes den Sonntagsgottesdienst besucht hat.

 

Dekan und Ortspfarrer Florian Kerschbaumer begrüßte alle Anwesenden und unterstrich in seiner Predigt, dass die Menschen nicht einseitig werten und bewerten sollten, sondern mit den Augen des Herrn. Er sagte wörtlich: „Wenn Naturkatastrophen, eine plötzliche lebensgefährliche Krankheit oder ein anderes Unglück menschliche Leben erschüttern, oder gar vernichten, dann reagieren Menschen oft mit der Frage, warum so viel Leid? Wie konnte Gott so etwas zulassen? Nicht selten fragen Betroffene, wenn sie von einem Schicksalsschlag oder einer lebensbedrohlichen Krankheit erfasst werden, habe ich etwas falsch gemacht, bestraft mich Gott für etwas? Auch im Umfeld des Blindgeborenen im Evangelium tauchen diese Fragen auf. Es ist zunächst verständlich, so zu fragen oder zu denken, aber wir erfassen dabei nur die halbe Wahrheit. Die Krankheit, das Leid, das Unglück das ist nur die eine, die dunkle Hälfte des Lebens. Dafür machen wir gerne Gott verantwortlich. Die andere Hälfte, das Schöne, die Gesundheit, das Glück? Jesus sagt, der Mann ist blind, damit Gottes Macht an ihm sichtbar wird. An ihm soll sichtbar werden, dass Gott es ist, der das Gute schenkt. Gott ist nicht nur der, der Krankheit oder Unglück zulässt, niemand weiß, warum. Gott ist, vor allem der, der Gesundheit schenkt, das Augenlicht, das Glück des Menschen. Wenn Menschen ihr Wissen und Können nach Gottes Willen einsetzen und anderen damit helfen, dann ist das wunderbar. Aber um diese Wunder wahrzunehmen, müssen wir unsere eigene Blindheit ablegen. Blind sein heißt, die Wirklichkeit und die Möglichkeiten des Lebens nicht zu erkennen. Es gibt eine Art und Weise, die Welt zu sehen, die im Licht des Glaubens betrachtet im Licht der Menschlichkeit in Wahrheit eine Form von Blindheit ist. Eine solche Blindheit macht unfähig, das Gute in der Schöpfung zu sehen, anzuerkennen. In unserer schnelllebigen Zeit bleibt oft wenig Zeit, Dinge wirklich an sich heran zu lassen. Ein anderer kann den Blick für sich selber verlieren, er wird sich selbst ein  Rätsel. Menschen verlieren Mitmenschen aus dem Blick, wenn sie nichts Gutes mehr an ihnen sehen können, Wut, Neid, Enttäuschung machen blind für jede Art von Verständigung. Es kann sein, dass wir eine derartige Brille aufhaben, die alles Andere in einem anderen Licht erscheinen lässt, oder mit der wir nur sehen was wir sehen wollen. Viele Menschen sind auch blind für Gott.“ Der Priester endete seine predigt mit folgenden Worten: „Herr, Du hast dem Blinden das Augenlicht gegeben. Durch diese Heilung konnte er wieder sehen. Wir sind Blinde. Wir sehen nur Teile und halten sie für das Ganze. Wir haben nur wenige Erkenntnisse und meinen, das sei die umfassende Wahrheit. Mache uns wieder sehend für das Ganze, für die ganze Wahrheit, für den ganzen Frieden und die ganze Gerechtigkeit. Mache uns wieder sehend für das Ganze.“

 

 

                                                                                                               Bericht: Hans Tauber

                                                                                                               Fotos: Tauber/Jagdportal

 

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