Zerstörung von Lebensräumen, Jagdgebieten und geplante Tötung von Vögeln

Mitteilung des Jagdreviers Brenner gegen die Errichtung der geplanten Windkraftanlagen (Sandjoch und Sattelberg) in der Gemeinde Brenner.

Das Jagdrevier Brenner hat sich bei der Vollversammlung am 16/02/2011 mehrheitlich gegen die Errichtung der zwei vorgelegten Windkraftprojekte am Sattelberg und Sandjoch ausgesprochen.
Die notwendigen Eingriffe in die naturnahe Landschaft würden die Zerstörung des Wildlebensraums bedeuten. Es ist erwiesen, dass Windräder neben der Beeinträchtigung des Landschaftsbildes auch negative Auswirkungen auf die Wildtiere haben.
In einem österreichischen Windpark in Oberzeiring wurden wildbiologische Beobachtungen am
Birkwild und Rotwild durchgeführt. Die Ergebnisse zeigten, dass zwar weiterhin die alten balzenden Hahnen den Lebensraum mit den Windkraftanlagen aufsuchten, aber sich gleichzeitig die Anzahl der Hahnen in einem Jahr beinahe um die Hälfte verringerte, denn junge Hahnen konnten keine mehr beobachtet werden. Diese Entwicklung kann als ein eindeutiges Signal für eine ganz wesentliche Beeinträchtigung des Fortpflanzungsverhaltens beim Birkwild gesehen werden.
Die Brennerberge sind mit jenem Naturraum durchaus vergleichbar und stellen ebenfalls typische Birkwild - Habitate dar. Auch hier wären derartige negative Entwicklungen beim Birkwild zu erwarten. Auch das Rotwild reagierte äußerst sensibel auf die Windräder.
Zudem würden im Revier Brenner sehr gute Gamswildlebensräume gestört. Unser Gamsbestand würde sich sicher nicht nur durch Anwesenheit der Windräder gestört fühlen, sondern auch durch die Errichtung und den Ausbau von Straßen sowie durch die Wartung der Räder das ganze Jahre über. Die Folgen wären, dass die Gämsen aus den natürlichen Äsungsflächen vertrieben und in den darunter liegenden Schutzwald ausweichen müssten. Die natürliche Verjüngung des Schutzwaldes würde negativ beeinträchtigt und dessen Schutzfunktion für die darunter liegenden Infrastrukturen würde zum Teil nicht mehr gegeben sein. 
Verheerende Auswirkungen würden die Windräder aber vor allem auf Zug- und Standvögeln jeglicher Art in diesem Bereich haben. Bis zu 5000 Vögel pro Std. wurden bei durchgeführten Zählungen in den Hauptdurchzugszeiten im Frühjahr u. Herbst beobachtet. Die Betreiber stützen sich auf eine installierte Radaranlage, welche ab einer bestimmten Intensität von Vögeln die Windparkanlage zum Stillstand bringen soll. Aber dieses Vorhaben scheint wohl kaum durchführbar u. glaubwürdig zu sein. Außerdem würden auch die zu errichtende Materialseilbahn, sowie die Hochspannungsleitung für eine hohe Kollisionsgefahr für Vögel aller Art sorgen. 
Für die Wartung der Anlagen wäre in den Wintermonaten der Einsatz von Motorschlitten, Pistenfahrzeugen und Hubschraubern notwendig. Gerade in dieser Zeit ist die Störung des Wildes problematisch und würde ihre Ruhezonen schwer beeinträchtigen. 
Die Jäger des Jagdreviers Brenner sprechen sich daher gegen die Errichtung der Windkraftanlagen am Sandjoch und Sattelberg aus und. fordern die zuständigen Politiker auf, die Naturlandschaft zu respektieren und sämtliche Planungen und Vorhaben, welche eine Beeinträchtigung und Zerstörung von Lebensräumen in dieser hochalpinen Landschaft mit sich bringen, zu stoppen.
                                                                                     Mitteilung: Revier Brenner, Revierleiter Franz Plattner
                                                                                     Fotos: PW - Südtiroler Jagdportal      
 

 nach oben