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Mit
großem Interesse und auch ein wenig
Neid lese ich immer die aufregenden
Erzählungen von Fuchsjagden, durch
Ansitz in mondbeleuchteten
Winternächten, welche in
österreichischen Jagdzeitschriften
abgedruckt werden.
Das
Rundschreiben, welches hierzulande
jährlich die Fuchsjagd im Jänner
regelt, habe ich die letzten Jahre
aber eigentlich nie recht ernst
genommen, da ich zu Jahresende immer
all meine Waffen einer ordentlichen
Reinigung unterziehe, damit sie bis
Mai gut gesäubert und geölt im
Schrank überwintern. Anders aber
dieses Jahr, das Rundschreiben
teilte mit, dass ab 4. Jänner bis
hin zum 31. wieder der Fuchs sowie
das Schwarzwild bejagt werden
konnte. Es ging mir weniger ums
Schwarzwild, welches 2011 sowieso
unseren Bezirk gemieden hat, aber
der ansteigende Fuchsbestand ließ in
mir Hoffnung aufkommen, im Jänner
doch noch einen Meister Reineke
erlegen zu können.
Also,
dick angezogen, mit Daune und Pelz,
bezog ich hinter einer Scheune
Stellung, von welcher aus ich 360°
rundum Ausblick auf Felder und
Wiesen hatte, in welchen ich in den
letzten Jahren einige Dutzend
Füchse, während der regulären
Jagdzeit, erlegen konnte.
Wahrscheinlich ein nicht weit
entfernter
Bauernhof, auf welchem zahlreiche
Schweine gehalten werden, zieht dort
immer wieder Füchse, auch aus
weiterer Entfernung, an.
Der
Mond, welcher diese Nacht voll war,
stand bereits am Himmel, und
leuchtete mit voller Kraft und
bezauberte die atemberaubende
Winterlandschaft. Die Schusszeit,
welche um 17:46 Uhr endete, rückte
immer näher, trotzdem war weit und
breit kein Fuchs zu sehen. Der
Mondschein hingegen bewirkte bei
einschreitender Dunkelheit immer
mehr Leuchtkraft, sodass die Felder
beleuchtet waren, als stünden sie im
Scheinwerferlicht. Die Schusszeit
war mittlerweile verstrichen, aber
da die Sicht durch den Vollmond
weiterhin gegeben war, beschloss
ich, doch noch ein wenig zu bleiben.
Und plötzlich tauchte oben, am
Waldesrand, auf weißem Hintergrund,
ein schwarzer Strich auf, welcher
über die Wiese schnürte. Da war er,
der ersehnte Reineke. Ich konnte den
Fuchs sehr gut erkennen, aber da die
Uhr bereits 18:05 Uhr anzeigte, war
an einen Schuss nicht mehr zu
denken.
Ich beobachtete den Fuchs, wie er
über die Wiese zog, und plötzlich
sah ich weiter entfernt noch zwei
andere Füchse, welche zusammen auf
der Wiese tummelten. Der Anblick war
herrlich, und ich vertiefte mich
derart in mein Fernglas, dass ich
gar nicht bemerkte, dass die Uhr
mittlerweile nach 19:00 Uhr
anzeigte. Nun begab ich mich langsam
durch den tiefen Schnee zurück zum
Auto, ich dachte die Füchse würden
mich im Freien auf weißem
Hintergrund sicher bemerken und
flüchten. Am Auto angekommen,
schaute ich nochmals durchs
Fernglas, und ich sah alle drei
Füchse noch auf den Wiesen.
Wunderbar!
Am 13.
Jänner, abends, begab ich mich
wieder zu dieser Scheune, und mit
Zuversicht wartete ich auf das
Eintreten der Dunkelheit. Plötzlich
konnte ich einen schwarzen Strich
bemerken, welcher vom Waldesrand
kommend über die Wiese zog. Die
Lichtverhältnisse waren schlechter
als einige Tage zuvor, vom Mond
keine Spur! Ein Blick auf die Uhr
bestätigte noch Schusszeit, und
nachdem ich mit dem Rucksack auf dem
Schnee die Waffe eingerichtet und
die Entfernung gemessen hatte,
konnte ich im beleuchteten Absehen
meines Schmidt & Bender den Fuchs
klar erkennen. Ein kurzer Pfiff
erwirkte das Verhoffen des Fuchses,
und das Geschoss bannte Meister
Reineke nach 245 Flugmetern an Ort
und Stelle, klar konnte ich einen
schwarzen regungslosen Fleck im
Schnee durch das Zielfernrohr
erkennen. Als ich nach dem Schuss
noch mit dem Fernglas eine
„Ehrenrunde“ über die Felder
schwenkte, konnte ich meinen Augen
nicht glauben, einige Hundert Meter
weiter links waren zwei weitere
Füchse mitten auf der Wiese, welche
sich durch den lauten Schuss
anscheinend nicht gestört fühlten.
Ich begab mich also wieder in
Schussposition, aber das Gelände
verdeckte mir vom Boden aus die
Sicht zu den Beiden. Ich versuchte
noch, etwas bergwärts eine Auflage
zu finden, aber Dunkelheit und
verstrichene Schusszeit haben mich
dann doch von einem zweiten Schuss
abgehalten, weshalb ich mich zum
bereits erlegten Stück begab. Ein
prächtiger Fuchs lag vor mir im
Tiefschnee, mit dichtem, herrlichen
Winterpelz. Welch ein Erlebnis, und
das an einem „Freitag den 13.“! |