BERICHT 03: Ein Gutschein, gewonnen beim Südtiroler Jägerinnentreffen 2011, ermöglichte mir eine Wildschweinjagd  im Revier vom Stefan Möndel

Zum Dezember Vollmond  meldeten wir uns beim Stefan an und  auch für ihm passte der Zeitpunkt. Nur mit dem Wetter hatten wir keinen Termin ausgemacht. In Deutschland schüttete es wie aus Kübeln und Sturmböhen waren angesagt. Nach einigen E Mails verschoben wir auf den Jänner Vollmond. Um 3 Uhr klingelte mein Wecker. Bei dichtem Schneefall packte ich meine Sachen in das Auto. Schneefall durch ganz Österreich und die Schneeräummaschinen ließen max 35 Stundenkilometer zu. Um halb 9 waren wir erst in München! Also mit dem Spruch " Wenn Engel reisen...." war wohl nix. Endlich gegen Mittag waren wir in Gonbach und hier war zwar verhangener Himmel, aber net ganz schlecht. Am Nachmittag trafen wir uns mit dem Wolfgang und er zeigte uns erstmal einen Teil vom Revier und die Hochsitze wo wir heute Abend den Posten beziehen sollten. Um 5 richteten wir uns für den Ansitz auf der Kanzel ein. Mitten in einem Feld mit Blick auf den Waldrand, wo man deutliche Wildschwein Schäden sah. Immer wieder zogen Rehe ein und ästen gemütlich rund um den Hochsitz. Irgendwann gegen 7 Uhr hörten wir, wir saßen ja nur rund 150 Meter voneinander entfernt seltsame Laute. Am nächsten Tag wurde uns gesagt es war wahrscheinlich ein Luchs, dessen Spuren man schon seit längerem im Revier findet, aber so richtig bestätigt worden ist er nicht. Gegen 11 Uhr schaffte ich es nicht mehr die Augen offen zu halten und mit Sms verständigten wir uns und brachen den Ansitz ab, der Tag war heute schon lang genug. Um 2 Uhr nachts kommt ein SMS von Wolfgang " um 1 Uhr Überläufer tot " Na bravo, wir sind zu früh ins Bett!

Nach einigen Stunden Schlaf und nach einen ausgiebigen Frühstück waren wir wieder einigermaßen fit. Eine Runde im Dorf drehen, etwas Verpflegung für die lange Nacht besorgen und um 4 kommen wir wieder beim Wolfgang an. Da wir heute an einer anderen Stelle ansitzen, sollten wir die Umgebung noch solang es hell war anschauen. Der Ölberg war mein Ziel für diese Nacht und der Wolfgang brachte mich mit dem Jepp hin. Ein gemütliche Hochsitz mit Fenstern ringsum, mit Teppichboden ausgelegt und ein richtig gemütlicher Sessel stand drin. Ich sollte nur das Fenster vor mir öffnen und die Seitenfenster nur im Fall, wenn was austritt. Das linke Fenster klemmte und Wolfgang zeigte mir den Tick, wie man es öffnet. Zuvor zeigte er noch in die Lichtungen und sagte hier habe er die Kirrungen angelegt. Natürlich sah ich nix aber es wird schon so sein. Gemütlich richtete ich all meine Sachen her, Kekse aus dem Papier, daß es ja nicht raschelt, Red Bull und Cola, da muß ja jeder Mensch wach bleiben. Natürlich hatte ich auch Tee dabei, aber es war überhaupt nicht kalt. Gegen halb 10 1 Schuss ganz in der Nähe. Ich frage nach und es war ein Revierjäger und vom Wolfgang kommt auch gleich die Mitteilung, daß er nachsuchen muß. Um 12 kommt die Nachricht Nachsuche erfolglos abgebrochen. So verbringe ich eine lange einsame Nacht, ausser einigen Rehe und einigen SMS mit den Nachbarkanzeln, tut sich nix. Um 2 wird mir die Sache zu bunt und ich frage nach, ob man nicht in die Federn gehen könnte. also in 15 Minuten an der Forststrasse. Bin eigendlich nicht ängstlich, aber mitten in der Nacht in einem fremden Wald mit einem angeschweissten Wildschwein in der Nähe, also so ganz geheuer war mir die Sache nicht. Etwas mulmelig in der Bauchgegend machte ich mich auf den Weg. Unten angekommen, natürlich niemand da, genemigte ich mir eine Zigarette und wartete. Lang ist die Zeit wenn man wartet und ich war ganz froh endlich die Lichter vom Auto zu sehen. Und so kamen auch heute erst um 3 ins Bett.

Nächster Tag, Sonntag und wir waren in der Jagdhütte vom Stefan zum Mittagessen eingeladen. Zum Glück rief er uns um 10 an, sonst hätten wir auch das noch verschlafen.In geselliger Runde verbrachten wir den Nachmittag, wobei mich der Wolfgang mit erhobenem Zeigefinger fragte ob ich letzte Nacht geschlafen habe, weil eine Kirrung angenommen war. Ich konnte aber mit reinem Gewissen verneinen, aber wahrscheinlich zu früh den Ansitz beendet. Heute gings schon um halb 5 ins Revier. Er zeigte mir die angenommene Kirrung und erst jetzt sah ich wie diese hier aussehen. Ein Loch im Boden, mir Steinen oder Holzblöcken abgedeckt. Nun konnte ich mich gut auf diese konzentrieren und einige ausmachen. Langsam wurde es dunkel und der Mond ging auf, nicht ganz klar sondern etwas schleierhaft beleuchtete er die Lichtung. Ab und zu hörte ich Füchse, die ihre Rufe und Laute in die Nacht hineinschrien. Rehe nahmen die verstreuten Maiskörner rund um die Kirrungen auf und leise schlich ein Dachs herum. Nachtvögel meldetn sich, alles nur keine Sau. Irgendwie muß ich eingenickt sein, als mich ein Schnaufen hellwach werden ließ. Links von mir, genau auf der Seite wo sich das Fenster schwer öffnen ließ, 2 dunkle Etwas! Vorsichtig versuchte ich mein Glück und o Wunder es gelang! Immer noch stehen die Wildschweine da.Eins spitz zu mir und eins hinter einem Baum.Nun vorsichtig das Gewehr in die Hand und Anschlag, aber den Abzug konnte ich nicht mehr betätigen, war die Bühne auch schon leer. Das war mein Fehler, erst am nächsten Tag erklärte mir Wolfgang, daß ich nach dem Öffnen des Fensters, was schon an ein Wunder grenzt, mich mucksmäuschen still hätte verhalten sollen, bis sie sich an der Kirrung zu schaffen machen. Aber nun ja , jetz bin ich um eine Erfahrung reicher. Ein Blick auf die Uhr es war 2. Wieder hellwach saß ich bis 4, aber dann wars mit meiner Geduld am Ende und so ging ich wie gestern den Weg zur Forststrasse. Nach einer heißen Dusche kroch ich zufrieden ins Bett, den es war ein wunderbarer Anblick, in den Nebelschleiern im fahlen Mondlicht 2 Sauen, war für mich Prämiere. Ja wenns grad mit dem Schuss noch geklappt hätte, aber man kann nicht alles haben. Auch die anderen Jäger kamen ohne Beute nach Hause, einige hatten zwar Sauen gehört, aber vor die Büchsen kamen keine. Der Stefan hat uns beim Mittagessen erklärt. daß das Bejagen von Sauen dieses Jahr besonders schwer war, weil eine unglaubliche Mast ist. Selstverständlich kommen die Sauen kaum zu den Kirrungen, wenn überall im Wald Knöcheltief leckere Eicheln herumliegen. Normalerweise werden im Revier ca 70 Sauen bis zum Jännermond erlegt und heuer waren es gerade mal 23 Stück. Lange schlafen, ausgiebig frühstücken, so verbrachten wir den Montag und eigendlich wollte wir nicht mehr zu Ansitz, da wir ja morgen die etwas lange Heimfahrt vor uns hatten. Totzdem saßen wir um 5 wieder an Ort und Stelle, aber heute nur bis halb 11. Mit einer Einladung wieder zu kommen fuhren wir am nächsten Tag mit dem Schweinchen, das der Wolfgang am ersten Tag geschossen hatte wieder Richtung Heimat.

 

Es waren wunderschöne Tage einen herzlichen Dank dem Stefan Möndel für den Gutschein, die Einladung und dem Wolfgang für seine Mühe.

 

Ein kräftiges Waidmannsheil noch in die Pfalz und wir sehen uns sicher wieder.

 

 

                                                                                                                      Bericht und Foto: Annelies Lahner

 

 

 

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