BERICHT 68: Der ungerade 14 Ender vom Luamegg

Wie so oft sind sich alle anwesenden Jäger einig nach einem gelungenen Abschuss einen Artikel ins Südtiroler Jagdportal zu stellen. Nach drei Bier steht der Autor fest und für die Fotos braucht sich auch keiner Gedanken zu machen......... Doch wann kommt endlich dieser Eintrag??? Ein tolles Erlebnis kann man doch nicht so einfach in Vergessenheit geraten lassen. So entschied halt ich mich einen Eintrag zu verfassen.

Es war heuer im Frühjahr, als eine handvoll Jäger das Projekt Luamegg anstiegen. Der Luamegg befindet sich auf  ca.1.000 m.ü.d.m. Es war schon immer ein guter Ansitz auf Reh und Rotwild. Leider sind die alten Weideflächen total mit Hecken, Sträuchern und Bäumen zugewachsen. An eine Jagdausübung mit Erfolg war nicht mehr zu denken. Fast ein bisschen wehmütig erinnert man sich an alte Jagdgeschichten, welche sich am Luamegg zugetragen haben, wo das Geweih des Hirsches so groß war, dass es nicht ins Sehfeld des Fernglases passte und der Dreck vom flüchtenden Hirschen dem Jäger nur so um die Ohren flog......

Um natürlich solche Hirsche vor die Büchse zu bekommen wurde wie schon gesagt das Projekt Luamegg gestartet. Mit Grundbesitzer, Forstbehörde und Revierleitung abgesprochen wurden alte Weideflächen frei geschnitten, zwei Salzlecken sowie ein Hochsitz errichtet. Im Laufe des Sommers hatte man dort immer wieder das Glück die verschiedensten Wildtiere in Anblick zu bekommen und einige Jäger hatten bereits die Möglichkeit von diesem Hochsitz aus einen Abschuss zu tätigen. Der Moar Richard erlegte einen Fuchs, der Ottokarl Dominik ein Schmaltier und der Flatsch hatte das Glück einen ungeraden 14 Ender zu erlegen.

Es war am Abend des 20. September, als gegen 19.30 Uhr die 6,5 x 68 knallte. Nach telefonischer Rücksprache mit dem Schützen stand fest ein Hirsch mit nur einer Geweihstange liegt. Die drei Ersthelfer Franz, Dominik und Norbert beschlossen sich kurz umzuziehen um bei der Bergung des Hirsches zu helfen.  Nach ca. 30 min Aufstieg sind sie beim  Schützen angekommen und da lag er. Ein Hirsch mit tiefer Brust, starkem Träger und einer Geweihstange, wie sie ein Jagdmaler nicht schöner hätte malen können. „Der uanhournte, dass mir Schnolser des Glick hobn den za kriagn“, dachte sich so mancher und lachte sich ins Fäustchen. Nach einem herzlichen Weidmannsheil und einem Schluck aus dem Flachmann wurde der Hirsch zum Abtransport fertig gemacht und dann ging es bergab. Schlehdorn, Heckenrosen und Mannshohe Brennesseln stellten für die Front Männer kein Hindernis dar. An der Straße angekommen warteten schon verschiedene Jägeranwärter, welche den Hirsch begutachteten und halfen ihn im Fiat Panda zu verladen. Auf dem Weg in die Kühlzelle wurde beim Schmied Roman und beim Rosenwirt noch eingekehrt. Natürlich musste der Schütze den Anwesenden Jägern genau erzählen wie sich alles zugetragen hat ohne Details wegzulassen. Nach zwei drei Bier stand fest das ist ein einmaliger Abschuss und höchste Zeit ein Horrido anzustimmen. Um 1.18 Uhr war der Hirsch in der Kühlzelle versorgt. Er wog 123 Kg und das Alter wird auf 9 – 10 Jahre geschätzt.

 

Ein kräftiges Weidmannsheil dem Flatsch und ein Dankeschön allen freiwilligen Helfern sowie Sponsoren vom Projekt Luamegg.

 

                                                                                                  Bericht und Fotos: Franz Müller, Jagdrevier Schnals

 

 

 

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