BERICHT 66: Is Gamsgoasl fan Ahrntoule

Wie schon die vorigen Jahre, konnte ich auch heuer wieder durch die Hilfe von meinem Jagdkollegen Markus auf Gamsjagd im Revier St.Johann/Ahrntal Weidwerken. Dieses Jahr sollte es eine Gamsgais sein. Mich freut es immer besonders nach St.Johann/Ahrntal zu fahren, weil dort abgesehen vom traumhaften Revier auch meine familiären Wurzeln liegen.

Bereits im August versuchte ich mein Glück auf eine Gamsgais im Bereich Rotbachtal. Dort aber machte mir eine Herde Hausziegen einen Strich durch die Rechnung und wir mussten unverrichteter Dinge wieder abziehen.

Am 10.September war es dann wieder soweit. Um 06.00 Uhr verabredete ich mich mit meinem Jagdkollegen Markus bei Ihm zu Hause, wo auch kurze Zeit später Begleiter und Jagdaufseher Paul eintraf. Das Wetter war gut und es soll ein schöner Septembertag werden. Schnell die formellen Sachen erledigt, Rucksäcke, Gewehr, Pirschstock in Pauls Auto und schon fuhren wir Richtung Berg im Bereich „Ahrntoul“ hinauf. Dort angelangt war es schon hell, ein wunderbarer Bergkessel öffnete sich vor uns, umrahmt von herrlichen Zirmbäumen. Von nun an hieß es vorsichtig weiterpirschen, denn es konnten schon die ersten Gämsen in Anblick kommen. Demnach war es nicht so, die Gamsen die wir sehen konnten, waren alle in höchster Position weit von uns entfernt. Also  pirschten wir weiter und so um 09.00 Uhr sank meine Hoffnung ein wenig, weil wir alles nur Gaisen mit Kitzen sahen und wir bereits den ganzen Bergkessel einsehen konnten. Paul meinte, dass wir noch in den Bereich „Winterstallder“ gehen würden und uns ein wenig beeilen müssten, denn wenn der Wind drehe wäre es aussichtslos die dort hoffentlich in Anblick stehenden Gämsen anzugehen. Am Anfang der „Winterstallder“, das auch eine Art Kessel ist, konnten wir ganz hinten einige Gamsen ausmachen. Der Blick durchs Spektiv und Paul meinte, dass etwas passendes dabei ist. Wir mussten noch gute 200 m vorsichtig weiterpirschen, bis wir uns bei einigen großen Steinen niedertaten, um die Gamsen besser zu beobachten. Paul konnte zwei Jahrlinge und eine 2 jährige Gais ansprechen und meinte ich solle mich herrichten, weil die Gamsen in unsere Richtung zogen und er die 2 jährige Gais zum Abschuss freigeben würde. Ich richtete mich her, was nicht ganz leicht war, betrug die Entfernung immerhin 300 m, aber mit den Sandsäckchen von Markus hatte ich eine gute Auflage. Ich hatte die Gais ständig im Zielfernrohr, sie zog immer näher und bei ca. 270 m ging die Gais plötzlich hinter einen Stein und kam nicht mehr heraus.

Nach einer Weile kamen von rechts her andere Gamsen, der Wind hatte gedreht und es kam Bewegung in den zwei Jahrlingen. Die 2 jährige Gais kam auch wieder zum Vorschein, aber Sie kam nicht mehr herwärts sondern alle zogen eher flüchtig von uns weg. Ich dachte mir wenn die nächsten Sekunden nichts passiert,  sind die Gämsen dahin und wir gehen wieder als Schneider heim. Aber die 2 jährige stand auf einmal auf ca.295 m halbschräg vor uns an, mein Blick hin zu Paul, dieser nickte und ich ließ die Kugel aus meiner 270iger fliegen. Wie vom Blitz getroffen, sackte die Gais tödlich getroffen in sich zusammen und rollte noch ca.20 m herab. Ich konnte es nicht fassen. Paul schaute mich auch ganz verdutzt an. Es ging auf einmal alles so schnell, auch weil alle vermutet hatten, dass es nicht mehr klappen würde und es jetzt die Gais vor uns lag.

Paul und Markus beglückten mich gleich mit einem herzlichen und freudigen Weidmannsheil. Wir stiegen zur Gamsgais hinauf und erledigten gleich die Rote Arbeit. Paul meinte die Gais noch etwas im Schatten auskühlen zu lassen und in der Zwischenzeit auf den höher gelegenen Grat hinaufzusteigen. Weil wir jetzt alle Zeit der Welt hatten, stiegen wir hinauf und genossen den herrlichen Ausblick mit dem unter uns liegenden Klaussee. Sichtlich erleichtert und voller Freude stiegen wir nach einiger Zeit wieder zu Tal, genossen bei der Niederhoferhütte den Graukäse mit einigen kühlen Getränken.

Für dieses wunderbare Jagderlebnis möchte ich mich ganz herzlich bei Markus, Begleiter Paul und dem Jagdrevier St.Johann/Ahrntal bedanken.

 

Weidmannsheil und Weidmannsdank

 

                                                                                                                      Bericht: Markus Agostini

                                                                                                                      Fotos: Paul Niederkofler 

 

 

 

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