| BERICHT 65: Meine Leidenschaft – Raubwild jagen |
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Temperaturen wie sie im Sommer nicht höher sein könnten machten den 12.September zu einem für mich nicht sehr angenehmen Tag. Wenn die Sonne so brütend heiß vom Himmel brennt halte ich mich lieber an einem schattigen Plätzchen auf. Aber der Abschussplan muss erfüllt werden und so machte ich mich am Abend gegen 1800 Uhr auf den Weg ins Revier. Frisches saftiges nachgewachsenes Grün sollte doch so glaubte ich die Rehe aus ihren Einständen locken. Auf eine Gais mit schwachen Kitz hatte ich es abgesehen wohlwießend das sie erst sehr spät auszogen wie sich beim gestrigen Ansitz zeigte. Und auch heute war nichts zu sehen, das Schußlicht auf Rehe war längst zu wenig da wollte ich zumindest noch am Ansitz bleiben um vielleicht ein Stück Raubwild zu erlegen. Ich machte es mir in meiner geräumigen Kanzel bequem als mein Handy zu vibrieren begann, am anderen Ende David ein Jagdfreund aus einem anderen Revierteil. Auch David weiß das ich gerne auf Raubwild jage und deshalb bat er mich bei ihm auf Dachs und Fuchs anzusitzen. Letzterer hatte ihm in den Tagen zuvor einige Hühner aus dem Gehege geholt und so tat ich ihm den Gefallen und suchte mir eine passende Stelle in unmittelbarer Nähe eines Apfelbaumes. Hinter mir ein kleines unbewohntes teilweise verfallenes Anwesen in dem sich Fuchs als auch Dachs aufhalten könnte aber ich werde ja sehen aus welcher Richtung sie kommen wenn sie denn kommen. Der Mond hatte seine anfangs bescheidene Leuchtkraft jetzt deutlich verstärkt und ich konnte den Großteil meiner Umgebung ohne Glas beobachten. Und so entgeht mir auch nicht als auf ca. 40m Entfernung ein Schmalzmann nach Fressbaren sucht. Immer wieder umkreist er den Stamm eines Pflaumenbaumes, mein Leuchtabsehen hat ihn längst erfasst und bei der nächst besten Gelegenheit ließ ich fliegen. Der Dachs kollerte die steile Böschung herunter und direkt meinen Ansitz entgegen. War wohl kein Fehler in meinem Revier abgebrochen zu haben um in ein anderes zu wechseln. Beim Nachladen und einem Blick durchs Zielfernrohr auf meine Beute merkte ich das der Leuchtpunkt meines Absehens sehr schwach war, dies wollte ich korrigieren doch die Batterie hatte ihren Dienst verweigert. Halb Zehn war es mittlerweile geworden.
Diese war in kürzester Zeit gewechselt, ich wünschte David eine gute Nacht ging wieder zum 100m entfernten Ansitz und wartete was wohl noch kommen würde. Keine Wolke trübte den Himmel und der Mond hatte mittlerweile seine volle Leuchtkraft entfaltet. Immer wieder hörte ich aus dem teilweise verfallenen Anwesen hinter mir Geräusche als würde der Tag dort erst beginnen. Auch den Baum an dem ich vorher den Dachs erlegt habe behielt ich ständig im Auge um nicht die kleinste Bewegung zu übersehen. Eine gute Stunde mag vergangen sein als an dem Baumstamm wieder Bewegung zu sehen war. Meine BBF hatte ich bereits wieder in Händen als ich an der gleichen Stelle einen Fuchs durch das Zielfernrohr beobachten konnte der um die Anschussstelle des Dachses schlich. Es war 2245 Uhr als die Rotjacke durch meine 222er verendete und ebenso den Abhang hinunter kullerte wie eine Stunde zuvor der Dachs. David der mittlerweile zu Bett gegangen war berichtete ich am nächsten Morgen über meinen weiteren Jagderfolg. Ich freue mich wieder einen kleinen Beitrag zu Erhaltung unseres Niederwildbestandes geleistet zu haben.
Waidmann´s Heil
Bericht u. Fotos: Hermann Großalber
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