| BERICHT 61: Jagd mit einem weinenden und einem lachenden Auge |
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Endlich
sollte die Murmeljagd mit Martin klappen. Da
grad der Hermann in Südtirol war, traf ich
mich zuerst mit ihm und seiner Frau zum
Kaffee und um 4 kam der Martin und wir
starteten. 2 Jagdkollegen waren schon da als
wir ankammen und wärend ich mich dem
Abendessen wiedmete sitzen die Herrn mit
Fernglas und Spektiv bewaffnet und suchen
das Revier ab. Es stehen Gams im Revier und
morgen wollen 2 auf Gamsjagd gehen und wir
3, inzwischen ist auch der Meiny
nachgekommen, wollen auf Murmeljagd. Nach
dem Frühstück schauen die Gamsjager nochmals
wo die Gams jetz stehen und dann gehts
bergwärts. In dem Kessel wo wir hin wollen
steht heute früh auch eine einzelne Gams und
als wir an die Waldgrenze kommen bewegen wir
uns vorsichtig und halten Ausschau, aber nix
mehr da.So gehen wir zügig an die Stelle wo
wir vor 2 Wochen Murmel gesehen haben, auch
ein sehr Gutes, das ich für den Martin
reserviert hatte. Dort angekommen seht unter
uns eine Gams und ich sage so halb im
Scherz, die kommt uns jetzt eh in der Mulde
da vor uns, aber geglaubt habe ich es
natürlich nicht, wäre ja zu schön. Wir legen
die Rucksäcke ab und da kommt schon die Gams
über den Hang herauf. Schnell das Spektiv
zur Hand : Bock etwa 4 bis 5 jahrig mit
einer Krucke und so ganz schnell kommt mir
vor an der linken Seite ist etwas mit einem
Licht nicht in Ordnung und irgendwie hängt
an der Seite der Schlauch so kommisch nach
unten. Für mich war klar ein interessanter
Abschuss, den ich mir nicht entgehen lasse,
auch wenn wir heuer einen Gamsbock Klasse I
frei haben , aber den muß man ja erst
kriegen. Entfernung ca. 170 m. Perfekt
!! Ich komm mir vor wie ein Anfänger, auf
dem Rucksack passt irgendwie die Auflage
nicht, die Sonne steht vor mir und im Glas
sehe ich schwarz oder nur ganz wenig. Ich
versuche vor und zurück und wieder hin und
her, irgendwie passt es und der Schuss
bricht. Ich sehe natürlich nur daß die Gams
friedlich weiter zieht und meine 2 Begleiter
haben auch kein Zeichen, daß ich getroffen
habe, bemerkt. Auf dem gegenüberliegenden
Bergrücken ca 10 m vom Anschuss weg , bleibt
der Bock nochmals stehen schaut zu uns
herüber und entschwindet unseren Blicken.
Ich ärgere mich grün und blau, weil ich der
Auflage zuwenig Zeit gewidmet habe, hätte ja
alle Zeit der Welt gehabt, aber hinterher
ist man immer schlauer. Für mich war klar,
daß ich das Stück überschossen habe, den
umgekehrt wäre der Bock sicher schnell weg
gesprungen. Wir widmen uns wieder der
Geröllhalde vor uns wo die Murmel sich
hoffentlich bald in die Sonne legen. Sobald
der Martin seine Beute hat wollte ich dann
trotzdem an den Anschuss, obwohl der
Fehlschuss nun mal Tatsache war. Die Sonne
will nicht recht heraus und die Murmel auch
nicht. So
Waidmannsheil
Bericht und Fotos: Annelies Lahner |