BERICHT 24: Mein erster Wildschweinabschuss ohne Begleiter
Ich hatte wieder mal das Glück, eine Jagdeinladung ins Ausland zu erhalten.
Es ging in die Pfalz, genau gesagt, nach Sippersfeld.
Am frühen Nachmittag angekommen, wurden wir vom Stefan Möndel herzlich begrüßt und jedem Jäger wurde eine Kanzel zugeteilt.
Man fuhr mich in die Nähe der Kanzel und ich marschierte zwischen einem Weizenfeld und einer nicht bewirtschafteten Wiese in Richtung Kanzel.
Mein erster Jagdgang ohne Begleitung, ich hatte ein mulmiges Gefühl, noch dazu mit einer fremden Büchse.
Ich wollte die ganze Nacht ansitzen und das tat ich dann auch, von 17.00 bis 8.00 Uhr früh.
Anblick gab es zur Genüge, zu Schuss kam ich aber leider nicht, denn Rehbock ließ sich keiner blicken und das Ansprechen der Schmalrehe, machte mir durch den hohen Graswuchs große Schwierigkeiten.
Also ließ ich es lieber bleiben!!!
Am darauffolgenden Tag saß ich wieder gegen 17.00 Uhr auf meiner Kanzel, lange tat sich nichts, gegen 19.00 Uhr traten ein paar Rehgaißen aus, die selbe Situation wie am Tag zuvor, kein Rehbock und das Ansprechen für mich mit dem hohen Graswuchs unmöglich.
Nach weiteren 3 langen Stunden wollte ich gerade meine Sachen zusammenpacken.
Ich schaute nochmals die Gegend ab und sah im Weizenfeld eine Rotte Schwarzwild.
Sie waren einfach da, ich hockte immer leise in meiner Kanzel, hatte aber gar nicht bemerkt, dass sie ins Kornfeld eingezogen waren.
Mein Herzschlag raste, was soll ich tun, ich nahm die Büchse, schaute durch das ZF und sah, dass ich noch genug Büchsenlicht hatte.
Ich versuchte anzusprechen, für mich hatten sie ungefähr alle die gleiche Größe.
Schnell griff ich nach meinem Handy, denn Walter saß ungefähr 500 Meter entfernt auf seiner Kanzel.
Ich: „Die Sauen sind da!“
Er: “Was?“
Ich: „Walter die Sauen sind da, was soll ich tun?“
Er: „Wer ist da?“
Ich wollte schon mein Handy an die Wand schmeißen!!!
Ich: „Die Wildschweine sind da Walter, was soll ich tun?“
Er: „Wie viele sind es, und wie groß sind sie?“
Ich: „ 6 Stück und für mich etwa alle gleich groß!“
Er: „Schieß!!!“
Ich warf das Handy in die Ecke, richtete nochmals die Auflage und versuchte eines der Stücke ins Visier zu kriegen.
Nicht so einfach, immer wieder schob sich einer vor den Anderen.
Wenn ich nicht bald schieß dachte ich, sehe ich gar nichts mehr.
Ich ließ die Kugel fliegen, alles was ich sah, war ein roter Feuerball und dann Stille……….einfach Stille………..
Ich starrte weiterhin in das Weizenfeld und wartete.  Inzwischen hat sich Walter, der auch den Schuss vernommen hatte,  auf den Weg zu  meiner Kanzel gemacht. Unterwegs traf er auch Christian, der uns gerade abholen wollte. Walter berichtete Christian über das Vorgefallene.
Immer noch starrte ich Richtung Anschuss, nichts bewegte sich mehr. Ich sah die Beiden auf mich zukommen, packte meine Sachen zusammen und stieg die Leiter herunter und wartete. Bei der Kanzel angekommen, zeigte ich ihnen die Richtung, in welche ich geschossen hatte. Mit Taschenlampe und Christian mit angeschlagenem Gewehr, suchten wir das Weizenfeld ab. Plötzlich ein Schrei von Christian, Weidmannsheil Roswitha, hier liegt die Sau. Hast einen super Schuss angebracht…….so seine Worte. Ich freute mich einfach rießig. Wir wünschten uns gegenseitig ein Weidmannsheil und verständigten den Jagdaufseher Wolfgang, der bei der Bergung behilflich sein sollte, immerhin wog der Überläufer beinahe 50 kg und diesen mussten wir durch ein Weizenfeld bis zum Auto ziehen. 
Sofort zurück zur Jägerhütte, dort warteten schon die Kollegen auf uns.    
Was danach folgte, kann sich jeder denken…….
 
Ich möchte mich hiermit von ganzem Herzen beim Stefan und seiner Frau Silvie bedanken, einmal für die Jagdeinladung und zum Anderen für so viel Verständnis und Einfühlsamkeit einer Jungjägerin gegenüber!
 
DANKE!
 
Weidmannsheil und Weidmannsdank nach Sippersfeld


                                                                                                                        Bericht und Fotos: Rosmarie Kofler

 

 

 

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