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Den
ganzen Mai über war ich hinter einem
Knopfbock her den ich schon im April
regelmäßig in Anblick hatte. Die ersten
beiden Maiwochen ließ ich noch vorbei gehen
um mir dann ein besseres Bild vom
Allgemeinzustand im Sommerkleid des Bockes
zu machen. In den nächsten Wochen wollte ich
den Bock noch genauer ansprechen um mich
über die Erlegung des Jährlings zu
entscheiden.
Fast jeden Tag war ich nun am
gleichen Ansitz und wartete auf den
Knöpfler, und fast jeden Tag an dem ich da
war war ich allein, keine Spur vom
Gesuchten. Nun wollte ich mich nicht mehr
länger um den Jährling kümmern und hielt
jetzt von meiner neuen Bodenkanzel die sich
mehr im Zentrum meines Revierteils befindet
Ausschau ob sich dort passende Jährlinge
oder Schmalrehe aufhielten. Es war
mittlerweile Anfang Juni geworden als ich
wider einmal auf dem Heimweg aus dem Revier
war. Auf meiner Heimfahrt traf ich unsere
Noch – Jungjägerin Regina die sich mit einer
Bitte an mich wandte. Nachdem sie eine
zweite Ausbildung angefangen hatte und
deshalb jede Menge zu lernen hatte bat sie
mich nach einem Schmalreh zu sehen das
starken Durchfall hatte und etwas abgekommen
schien.
Ich tat ihr den Gefallen und
richtete mich schon am nächsten Abend in
ihrem Ansitz ein. Es war gegen 17 Uhr als
das Schmalreh flüchtig über die Wiese vor
dem Ansitz absprang und ich mir außer vom
verschmutzten Spiegel kein Bild über den
Zustand der Gais machen konnte. In der
nächsten halben Stunde tat sich nichts
abgesehen davon das ein paar lästige Wespen
immer wieder versuchten mich zu ärgern, dass
änderte sich aber schlagartig als die
Schmale wieder auszog. Ab da nahm ich keine
Notiz mehr von den lästigen Biestern und
konzentrierte mich auf die Gais. Beim Blick
durch mein Spektiv sah ich ein eher
schwaches Stück das ständig schnäuzte da es
vermutlich von Rachenbremsenlarven geplagt
wurde. Im Hüfthohen Gras war an eine
Schussabgabe vorerst nicht zu denken und ich
musste für einen passenden Augenblick fast
eine Stunde warten bis sie in einen Teil der
Wiese zog in dem das Gras wesentlich kürzer
und nicht so dicht stand.
Auf den Treffer eine
Handbreit hinter dem Blatt flüchtete sie
noch etwa 10m und blieb dann im satten Grün
der Wiese verendet liegen. Die Gais wog
etwas über 11Kg und war genau das Richtige
für einen Gönner unseres kleinen
Revierteils. Und Regina konnte sich in den
nächsten Tagen weiter ihrer Lernunterlagen
widmen.
Waidmann´s
Heil
Bericht und Foto: Hermann Großalber, OÖ
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