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BERICHT 102:
Herbstreh
jagern |
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Der
Auszug war heuer Mitte Oktober auf Grund der
Eichen- und Buchenmast ziemlich schlecht,
worum auch der Abschuß nur schleppend voran
ging.
Auf meinem
Arbeitsweg fuhr ich ständig einen Bach
entlang, welcher von einer großen
Brachfläche gesäumt war – Rehe bekam ich
jedoch nie in Anblick. Eines Tages aber,
fielen mir 3 Stück Rehwild nächste der Kanzl
in der Brache auf. Auf Grund der großen
Distanz sowie der hohen Brache war ein
Ansprechen nicht möglich.
Nachdem ich
die Stücke auch die darauf folgenden Tage in
Anblick hatte, beschloss ich, mein Glück auf
der Kanzl in der Brache zu versuchen um die
Stücke genauer anzusprechen.
Bereits nach
wenigen Minuten Ansitz konnte ich eine Geiß
sowie ein Bockkitz in Anblick bringen. Die
beiden waren in der Brache 50m hinter der
Kanzl eingelagert und begannen in Richtung
Bach zu ziehen. Beide Stücke schienen jedoch
auf Grund ihrer körperlichen Verfassung
sowie dem bereits zur Gänze vollzogenen
Haarwechsel schonungswürdig.
Das Stück
schob diesmal seinen Vorschlag aus den
Stauden und ich konnte feststellen, dass es
sich um ein Stück handelte, welches den
Winterhaarwechsel noch nicht einmal zur
Hälfte abgeschlossen hatte – vermutlich ein
passendes Stück also.
Ich begann
meinen Repetierer zurecht zu legen, wollte
aber noch abwarten, ob die Geiß ein Kitz
führt oder nicht.
Die rote Geiß
war sichtlich vorsichtig und zögerte lange
mit dem Ausziehen. Ihr roter Vorschlag ragte
für mindestens 20 Minuten regungslos aus dem
Strauch. Erst nachdem die Dämmerung bereits
stark eingesetzt hatte, schob sich die rote
Geiß ins Freie. Ich konnte durch das
Zielfernrohr keine Spinne erkennen.
Als sich die
Geiß das nächste Mal breit drehte, ließ ich
das Partition meiner .30-06 fliegen.
Die Geiß lag
im Feuer. Ich ließ eine Viertelstunde
verstreichen, bevor ich meine Ausrüstung
zusammenpackte und mich in Richtung dem
liegenden Stück begab. Auf dem Weg zum
erlegten Stück war ich schon gespannt, was
ich dort nun genau vorfinden würde.
Dort
angekommen, sah ich bereits am Feldrand das
rote Stück liegen. Ein Griff auf das
Unterkiefer bestätigte meine Erwartung –
eine passende alte Geiß lag vor mir.
Weidmannsheil
Bericht
und Foto:
Manuel BLÖCHL,
OÖ |