BERICHT 03: Meine dritte Doublette

 

Nachdem in den letzten Tagen ausschließlich „der Gamshiata“ in unserer Gegend und so auch im Revier das Sagen hatte ist auch mit dem Abend und Nachtansitz auf die Rotjacken nicht geworden. Jeden Abend wenn die Dämmerung hereinbrach hing ich am Fenster und hoffte das sich der Nebel verziehen würde nachdem er sich ja auch schon tagsüber in unserem Tal breit machte.

Heute am 12.Jänner fing auch der Tag schon viel versprechend an, so konnte man seit langen wieder einmal die Sonne durch die Wolken blitzen sehen. Ich hielt es für fast nicht möglich als ich mich abends für den heutigen Ansitz bereit machte und beim Eintreffen im Revier immer noch frei Sicht  hatte. Trotzdem war ich etwas frustriert als ich dort ankam, war doch das Dach des mittlerweile 10 jährigen Ansitzes nicht mehr so dicht und so musste ich am feuchten Sitzbrett Platz nehmen da ich meinen Rucksack im Auto gelassen hatte.

Aber irgendwie war ich doch motiviert vergas meinen nassen Hintern und hab nicht damit gerechnet das dann alles so schnell gehen würde. Schmelzwasser hatte über die gesamte Wiese einen aperen Streifen in den Schnee gefressen auf dem jetzt um etwa viertel nach sieben etwas Dunkles  bergwärts zog. Ich vermutete einen Dachs, war mir aber nicht sicher. Erst wollte ich es nicht glauben und dachte an einen Waschbären, als er aber dann auf etwa 80m heran kam erkannte ich den Schmalzmann und ließ meine 222er fliegen worauf er noch zwei – drei Fluchten machte und dann im nassen Schnee verendet liegen blieb.

Nach einem Blick auf meine Uhr entschied ich mich noch zu bleiben und spielte auf meiner Hasenklage einige Liedchen um vielleicht einen Rotrock anzulocken. Und siehe da nicht einmal eine dreiviertel Stunde war vergangen als am gleichen schneefreien Wiesenstreifen ein Fuchs in die gleiche Richtung zog wie vorher der Dachs. Beim wechseln des Fernglases mit meiner BBF hätte ich ihn beinahe verloren, hab ihn aber doch noch ins Absehen bekommen und auch er blieb verendet am Anschuss.

Es war einer meiner kürzesten Ansitze auf Raubwild mit einem solchen Erfolg, war ich doch um 20:00Uhr bereits wieder zu Hause und konnte noch am gleichen Abend den Schmalzmann bei Bartbinder Albert abliefern der mich mit so einem Gesicht empfing. 

 

Waidmann´s Heil                                         


                                                                                                        Bericht und Fotos: Hermann Großalber, OÖ

 

 

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